Matchday

Null-Punkte-Zug: Borussia Mönchengladbach vs Mainz 05 1:2 – 23.8.2015

Bild: Gladbach vs. Mainz 1:2, Blick ins Stadion

Das war ein hartes Wochenende: Nach dem samstäglichen Stadionbesuch vor der Haustür stand tags darauf das erste Heimspiel der glorreichen Elf vom Niederrhein gegen Mainz 05 auf dem Programm. Die DFL musste das natürlich auf den 17:30-Termin am Sonntag legen, was im Infrastrukturentwicklungsland Deutschland, in dem die Fußballstadien in diesen Zeiten gentrifizierend vergreisender Ruhebedürftigkeit nur noch in der Pampa an der Autobahn errichtet werden können, einen ziemlich langen Tag im Zug mit sich bringt.

Aber gut, oder wie wir Fußballer sagen, ja gut, wir machen das ja freiwillig. Und nach einem schönen Spiel, mit einem Dreier in der prall gefüllten Punktetasche, macht man sich auch gerne auf den langen Heimweg in der Hölle deutscher Personenbeförderungsunternehmen…

Das Problem war nur: Es gab keinen Dreier. Und auch kein schönes Spiel. Sondern nur eine lange Fahrt mit dem Null-Punkte-Zug. Und einer leeren Punktetasche im Gepäck, in der man nach zwei Spieltagen noch so lange herumwühlen und suchen kann: Es sind keine Punkte drin!

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Spielbetrieb

Schweden, Schweine und Kinder: Celtics mühsamer Weg zurück in die Champions League

Celtic Park, Glasgow, August 2013

Wir stehen bekanntlich mitten in den entscheidenden Play-Off-Spielen zur Qualifikation für die Gruppenphase der Champions League 2015/16. Neben den Dritten und Vierten der reichen und berühmten Ligen in Spanien, England, Deutschland oder Italien, müssen sich die Meister der kleineren Ligen durch die Qualifikation kämpfen. Für diese ist das ein mühsamer Weg. Vereinen wie dem FC Basel oder dem Celtic FC, die über Jahre hinweg eine gute Rolle in der CL spielten, kann so der niedrige Stellenwert der Liga ihres Landes zum Verhängnis werden.

So kämpft sich derzeit auch der schottische Serienmeister Celtic FC aus Glasgow, immerhin 1967 Sieger des Europapokals der Landesmeister (wie die CL in der guten alten Zeit bekanntlich hieß), durch die Qualifikation und möchte im Rückspiel am morgigen Dienstag in Malmö die Rückkehr in die CL klarmachen.

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Matchday

Arbeitssieg: KSC vs MSV Duisburg 2:0 – 22.8.2015

Bild: KSC vs MSV Duisburg 2:0, 22.8.15

Ein sonniger Samstag in Karlsruhe, optimales Fußballwetter, ein Traditionsduell mit insgesamt 52 Jahren Bundesliga-Zugehörigkeit auf dem Spielplan – da gibt es doch nichts anderes als »Raus in den Wildpark«! Sollte man meinen, aber das zum Ende der Saison aufgeflammte Karlsruher Fußballfieber hat sich wieder auf das Kernpublikum, also die 12.000 bis 15.000 die immer kommen, reduziert.

Gespielt wurde trotzdem, die Stimmung war auch im nur halb gefüllten Wildpark gut. Denn der KSC »veredelte« den Auswärtssieg beim FSV Frankfurt mit einem ungefährdeten 2:0-Heimsieg gegen den MSV Duisburg und kann nun, mit Rang 7 und 6 Punkten, wieder deutlich entspannter auf die Tabelle schauen.

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Und dann kam Drogba.

Großartiger Text von »Der letzte Zehner«:

»Es gibt ja die Sorte von Protagonisten im Spitzenfußball, über die man sich gut und gerne echauffieren kann, wenn sie Teil einer gegnerischen Mannschaft sind, die man aber insgeheim am liebsten in der Mannschaft sehen würde, der man die Daumen drückt. Weil sie nicht nur eine gewisse Arroganz und ständige Selbstsicherheit an sich haben, sondern es auch verstehen, diese mit genug Witz oder Charisma zu kombinieren, sodass man ihnen eigentlich nicht böse sein kann. Spontan fallen mir da Namen wie Mourinho oder Ibrahimovic ein. Oder eben Drogba, der ist ein Paradebeispiel für diese Kategorie.«

Unbedingt lesen. Ganz. (Via 120minuten)

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Matchday

Wende? FSV Frankfurt vs KSC 1:2 – 14.8.2015

Bild: FSV Frankfurt vs KSC 14.8.15, Volksbank Stadion

Fehlstart in der Liga, eine peinliche Pokalschlappe in Reutlingen, den besten Stürmer auf die Insel vertickt und alle gelernten Außenverteidiger verletzt – die Voraussetzungen für das Auswärtsspiel des KSC beim FSV Frankfurt waren schon großartig und vielversprechend. Also ging es auf die nicht ganz so weite Reise nach Frankfurt um zu schauen, wie sich die Blau-Weißen in dieser nicht ganz einfachen Lage, in der manche Schreiberlinge lokaler Anzeigenblättchen schon eine Trainerdiskussion vom Zaune brechen möchten, schlagen. Es sollte sich lohnen!

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Links

Im Sportjournalismus.

Zum Blonden Engel – »Unglaubliche Bilder«: »Im Hintergrund ein Moment echter Emotion: Man sieht, wie Favre erschrickt, die Augenbrauen hochzieht, sich fragend umsieht und betroffen auf eine Antwort wartet. Daneben steht, der offenbar schon besser informiert ist, Ewald Lienen, der Favre zwei drei Worte sagt und eine wegwerfende Handbewegung macht: naja, die machen gerade wieder ein Fass auf, Du weißt doch, wo Du hier bist. Im Sportjournalismus.« (Via Fokus Fußball)

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Spielbetrieb

Neues aus Schottland #1: Erstes Saison-Derby in Dundee

Dundee United vs. Dundee FC, es war mal wieder Derby-Zeit in Dundee, das gibt es dort bis zu viermal in einer Saison. Gestern also gleich am 3. Spieltag die erste Auflage der Saison, auf der United-Straßenseite der Tannadice Street.

Nach einer torlosen ersten Halbzeit entwickelte sich nach der Pause eine furiose Partie. Der 19-jährige Blair Spittal (Video, s.o., United in »Black and Tangerine«, FC in blauen Trikots) brachte United mit 2:0 in Front. Greg Stewart, der Stürmer der aus der Ölraffinerie kam, erzielte mit einem großartigen Schuss den Anschluss für den FC, bevor in der letzten Minute der Nachspielzeit der Ausgleich fiel. Bei Dundee United stand der 21-jährige Deutsche Luis Zwick im Tor, der letztes Jahr von Hertha Zehlendorf in die U20 von United gewechselt war. Und sah beim Ausgleich nicht sonderlich gut aus, das Dundee-Derby scheint kein gutes Pflaster für deutsche Torhüter zu sein…

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Spielbetrieb

Rote Bullen, das Feuerzeug und der Bärendienst

Das Unangenehme am von Dummheit ausgelösten Spielabbruch in Osnabrück: RedBull Leipzig inszeniert sich, wie schon in perfider Weise letzte Saison nach dem Spiel in Karlsruhe, als von den bösen Anhängern der Traditionsvereine drangsaliertes Opfer. Dabei wurde gar kein Leipziger getroffen, sondern der Schiedsrichter. Da wird dann nachträglich jeder finster dreinschauende Osnabrücker Spieler und jedes irgendwann einmal gezeigte Plakat zum Fanal des illegitimen und unangemessenen Kampfes der bösen Traditionsvereine gegen RBL, stets in Tateinheit mit ihren Anhängern, hochstilisiert, z.B. beim rotebrauseblogger (Zitat):

»Es ist wie letzte Saison in Karlsruhe. Wenn du als Verein, wie damals geschehen, deine Fans zum Einlaufen der Teams im Innenraum ein Riesenbanner mit „Bullenseuche“ hochhalten lässt und sie den Gegner quasi abgeesegnet als Krankheit bezeichnen dürfen, musst du dich nicht wundern, wenn deine Fans diese Symbolik und die Entmenschlichung des Gegenübers auch in der sonstigen Praxis ernst nehmen.«

Kleiner hat man es dort nicht. Das Ziel ist klar: Man möchte jedes irgendwo hochgehaltene Anti-RBL-Plakat, den legitimen Anti-RBL-Protest generell, in die selbe Schublade stecken wie den unsportlichen feuerzeugwerfenden Dummkopf von Osnabrück.

Und da RedBull nun einmal ein am Spielbetrieb teilnehmender cleverer Medien- und Marketingkonzern ist, bietet man generös ein Wiederholungsspiel an. Genau wissend, dass es das vom DFB aus sowieso nicht geben wird. Aus Sicht von RedBull genau das, was man in ihren Kreisen so schön eine »Win-Win-Situation« nennt.

Somit hat der oder die Werfende RBL nicht nur vor dem Ausscheiden bewahrt, sondern auch dem Fußball an sich in jeglicher Hinsicht mal wieder das erwiesen, was man in der floskelreichen Sprache der Sportjournaille einen »Bärendienst« nennt. Vielen Dank auch.

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Spielbetrieb

Kartenrot färbte sich der schwäbische Abendhimmel…

Es gibt Spiele, da sitzt man mit offenem Mund vor dem Fernseher und schaut einem surrealen Schauspiel zu. Die unfassbare Pokalpleite des KSC in Reutlingen in der ersten Runde des DFB-Pokals war so eines. Man wusste gar nicht wo man zuerst hinschauen sollte: Überall Ballverluste, Fouls, Elfmeter, Rote Karten nach Tritten wie einst bei Vinnie Jones…

Was im ersten Heimspiel gegen St. Pauli zu beobachten war, steigerte sich unter dem schwäbischen Abendhimmel Reutlingens ins Absurde: Gegen einen spielerisch arg limitierten Oberligisten verlor der KSC jeden Ball im Spielaufbau. Das Bällchen kam sofort zurück, als hätte man ihn gegen eine Gummiwand geschossen, und brachte die unsichere Abwehr in die Bredouille.

Die Leistungsträger des Vorjahres stecken weiterhin in einer tiefen Formkrise, Torres bekam sogar die Höchststrafe mit einer eiligen »Notauswechslung« noch in der 38. Minute, weil die ewigen Ballverluste aufhören sollten. Die Alternativen sind junge unerfahrene Spieler, von denen man realistischerweise nicht erwarten kann, dass sie auf Anhieb Verstärkungen auf Zweitliga-Niveau sind. Die wenigen erfahrenen Neuen sind bis jetzt auch keine große Verstärkung, da sie sich der Form des vorhandenen Personals anpassen.

Und dass Trainer Kauczinski immer wieder die verlorene Relegation als Erklärung für den Fehlstart heranzieht, ist auch nicht hilfreich. Beim DoPa würde man sagen: Er liefert den Spielern ein Alibi.

Nun ist schon so früh in der Saison ordentlich was los im Badnerland, lt. lokaler Monopolzeitung beorderte Präsident Wellenreuther die sportliche Führung zum Rapport. Der neuverpflichtete »Diamant« im Sturm ist gleich mal krank und fällt aus, ein Yabo-Nachfolger als Verstärkung des derzeit offensiv harmlos und defensiv desaströs auftretenden Mittelfelds ist noch immer nicht in Sicht.

Hoffnung macht alleine das Auftreten in der 2. Halbzeit, als mit 9 gegen 11 fast noch der Ausgleich gelungen wäre. Gerade in der 2. Halbzeit zeigte sich, wie spielerisch limitiert der SSV Reutlingen eigentlich ist, da darf man normalerweise niemals ausscheiden, und schon gar nicht mit einem solchen Auftritt.

Weiter geht es am Freitag beim FSV Frankfurt. Geht das auch verloren, dann entwickelt sich der Fehlstart langsam aber sicher zu dem, was die darauf stets gierende Sportjournaille ganz gerne eine »Krise« nennt…

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