Kicken bis der Torwart kommt: Karlsruher FV vs DJK Blau-Weiß Mühlburg 2:2 n.V. (11:10 E.) – 31.7.2022

Stadion

Karlsruher FV vs DJK Blau-Weiß Mühlburg 2:2 n.V. (11:10 E.)

DFB-Pokal und Frauen-EM sind ja schön und gut, aber wahre Connaisseure des Rasensports gehen an einem schönen Sommersonntag hinaus auf den Sportplatz zum Kreispokal. Z.B. zum Zweitrundenduell zwischen dem ruhmreichen Karlsruher FV und der glorreichen DJK Mühlburg, die den leider nur wenigen Zuschauern das volle Programm mit Verlängerung und Elfmeterschießen boten…

Karlsruher FV vs DJK Blau-Weiß Mühlburg 2:2 n.V. (11:10 E.)

Die zweite Runde des Karlsruher Kreispokals bescherte den Kreispokalfans ein »Derby der westlichen Stadtteile«. Denn zwischen dem aktuellen Ground des KFV in Grünwinkel und dem DJK-Sportplatz am Mühlburger Bahnhof liegen nur gut 3 km Luftlinie, zur »eigentlichen Heimat« des KFV im ehemaligen Stadion an der Telegrafenkaserne sind es gar nur 1,1 km. Sportlich ist die Distanz größer, denn der Altmeister Karlsruher FV spielt auch 22/23 in der B-Klasse, während die DJK Mühlburg bekanntlich eine Stammkraft in der zwei Spielklassen höher einsortierten Kreisliga ist. Aber, wie der Volksmund und das Phrasenschwein weiß: »Der Pokal hat seine eigenen Gesetze…«

Der KFV präsentiert sich nach der etwas enttäuschenden Saison 21/22 runderneuert: Ein neuer Trainer und eine verjüngte Mannschaft sollen 22/23 erfolgreicher machen.

Nicht viel los in Grünwinkel: Ca. 30-40 Kreispokal-Fans waren dabei. Der letzte Sonntag des Juli bot Temperaturen um die 30 Grad und einen Sportplatz mit wenig Schatten in Grünwinkel. Und ein spärliches Publikum, nur gut 30-40 Kreispokal-Fans standen am Sportplatz. Die sollten ihren Besuch aber nicht bereuen. Spärlich war auch die Personalausstattung der DJK Mühlburg. Immerhin fanden sich 11 Mann auf dem Rasen ein, die Bank war mit 2 Auswechselspielern aber sehr übersichtlich besetzt. Es ist Urlaubszeit und auch wenn Kreispokalmatches Pflichtspiele sind, werden sie doch gerne noch als Teil der »erweiterten Vorbereitung« betrachtet…

Auch mit wenig Personal galt die DJK bei zwei Klassen Unterschied natürlich als Favorit. Als Schiri Hadeler das Match angepfiffen hatte, war es aber der KFV, der das Spiel bestimmte. Die neuen jungen Spieler des KFV machten einen sehr motivierten Eindruck und griffen beherzt an. Was dann in der 22. Minute mit der verdienten Führung durch den 19-jährigen Laurin Galetzka belohnt wurde. Die DJK tat sich schwer Chancen heraus zu arbeiten, auch in der Defensive war der KFV einsatzfreudig und stand den DJK-Angreifern ständig auf den Füßen. Für den Ausgleich der DJK kurz vor der Pause brauchte es schon einen Moment der Unordnung zwischen der KFV-Abwehr und Keeper Werner, damit Bubacarr Janneh eine Flanke von links zum Ausgleich verwerten konnte (37.).

In der zweiten Halbzeit wurden die Mühlburger etwas energischer. Aber der KFV zog sich ein wenig zurück und beschränkte sich weitestgehend darauf, der DJK das Offensivleben schwer zu machen. Was gut funktioniert, 1:1 nach 90 Minuten und Verlängerung war das Ergebnis.

In der passierte zunächst nicht viel, die Hitze forderte ihren Tribut und niemand wollte ein unnötiges Risiko eingehen. Es brauchte eine unglückliche Aktion von Keeper Werner, um die DJK in der 105. Minute in Führung zu bringen. Der Torhüter wehrte am Torpfosten einen Schuss zur Seite ab, den Abpraller versenkte Michael Kyesswa zum 1:2 ins Netz. Da der KFV zu dem Zeitpunkt schon länger nicht mehr gefährlich vor dem Mühlburger Tor aufgetaucht war, roch es nach der Entscheidung. Weshalb sich ein Fußballblogger schon Richtung Ausgang bewegte und das Velociped für die kurze Heimfahrt klarmachte.

Aber, siehe oben, das mit den »eigenen Gesetzen des Pokals« gilt immer und überall. Mit der allerletzten Aktion des Spiels erzielte Finn Klenert, auch erst 19 Jahre alt, den Ausgleich. Irgendwie kam der Ball hoch Richtung Tor und war plötzlich drin! Unglaublich, 2:2 und Elfmeterschießen!

Alle 20 Feldspieler versenkten ihre Elfmeter souverän, und man fürchtete sich schon vor einem ewigen Elfmeterschießen, das wegen Dunkelheit abgebrochen werden muss. Beim Stand von 10:10 schlug aber die große Stunde von KFV-Keeper Michael Werner. Erst hielt er den Elfer seines Mühlburger Gegenübers Thorben Schenk, dann versenkte er den 22. Elfmeter zum 11:10 und schoss damit den KFV eine Runde weiter. Der Rest war KFV-Jubel…

Fazit: Das volle Programm unter der Sommersonne in Grünwinkel. Ein dramatisches Kreispokalmatch, das zwar in der 2. Hälfte gewisse Längen hatte, aber mit einem überaus dramatischen Ende entschädigte.

 

(Bewertung: Grauenvoll | Schlecht | Geht so | Gut | Exzellent)

Impressionen

Das Spielgerät im Sonnenschein…

Blick durch‘s Netz…