Dramatisches Aufstiegsspiel zur Oberliga: SV Spielberg vs FC Denzlingen 3:4 n.V. – 11.6.2022

Stadion

SV Spielberg vs FC Denzlingen 3:4 n.V.

Der Sommer nähert sich energisch, Zeit für die letzten Entscheidungen der Saison 21/22. Der Zweite der Verbandsliga Nordbaden, der SV Spielberg, wollte es dem Meister und Karlsbader Lokalrivalen ATSV Mutschelbach gleichtun und in die Oberliga aufsteigen. Was im Playoff-Halbfinale gegen den südbadischen Vertreter FC Denzlingen mit einer knappen 3:4-Niederlage nach Verlängerung denkbar unglücklich misslang, denn nach einem 2:1-Hinspielsieg entschied die »gute« alte Auswärtstorregel über das Weiterkommen…

SV Spielberg vs FC Denzlingen 3:4 n.V.

Nach acht Jahren in der Oberliga (und sogar einem Jahr Regionalliga zwischendurch) war der SV Spielberg 2019 in die Verbandsliga abgestiegen und arbeitet seitdem an der Rückkehr. 2020 kam diesem Unterfangen der Corona-Saisonabbruch und die Quotientenregel in die Quere, 2021 entfiel Auf- und Abstieg gleich ganz wg. des Corona-Sportverbots (Spielberg war Tabellenführer). Und in der aktuellen Saison musste man dem Karlsbader Lokalrivalen ATSV Mutschelbach den direkten Aufstieg als Meister überlassen und in die Aufstiegsspiele gehen.

Gegner war im »Halbfinale« der südbadische Zweite FC Denzlingen, kurz vor der Freiburger Stadtgrenze beheimatet. Das Hinspiel am 8.6. hatte Spielberg mit 2:1 in Denzlingen gewonnen. Da in den Aufstiegsspielen in Baden noch die sonst fast überall abgeschaffte Auswärtstorregel gilt, hätte ein 0:1 daheim für das Weiterkommen gereicht…

Offiziell 450 Fans wollten das Match bei sehr warmen Frühsommerwetter sehen, darunter eine mit einer Trommel ausgestattete Schlachtenbummlergruppe aus Denzingen.

Die bekamen in der 1. Halbzeit eine zähe Partie geboten. Spielberg hielt sich mit der Hinspiel-Führung im Rücken erst einmal ein wenig zurück, was sich in einer Denzlinger Feldüberlegenheit auswirkte. Beide Teams hatten offensiv nur wenige gute Chancen, die besten hatte der heimische SV nach zwei Standards in den letzten Minuten der ersten Hälfte.

Kurz nach der Pause war es dann vorbei mit der Torlosigkeit. Musu Jaiteh vollendete nach einem Standard zum 0:1. Damit stand es 2:2 in der Gesamtwertung und Spielberg wäre immer noch weiter gewesen. Weshalb sich an der grundsätzlichen Gestaltung des Spiels nicht viel änderte…

Bis zur 80. Minute blieb das so, dann änderte sich die Lage grundlegend. Denn Michael Respondek »fasste sich ein Herz« (wie man so sagt) und startete ein energisches Solo in den Spielberger Strafraum und vollendete zum 0:2 ins rechte Toreck – damit war Denzlingen weiter!

Das war das Startsignal für eine dramatische Schlacht. Spielberg drängte nun energisch auf den Anschlusstreffer um zumindest erst einmal die Verlängerung zu erreichen. Aus einer der dabei entstehenden zahlreichen Standards fiel dann das erlösende 1:2. Nach einer Ecke köpfte der ehemalige KSC-Verteidiger Stefan Müller in der 86. Minute ins Denzlinger Tor. Das war knapp!

Diese 6 Minuten hatten mehr Action geboten als die 80 vorher, und in der Verlängerung ging es gerade so weiter. In der 94. »klärte« Spielbergs Seemann eine scharfe Hereingabe vom rechten Flügel ins eigene Tor. 1:3 für Denzlingen, Spielberg brauchte nun 2 Tore! »Ohne Denzlingen wär‘ hier gar nix los« tönte es aus der Ecke der mitgereisten Schlachtenbummler…

Seemann wollte das mit dem Eigentor aber nicht auf sich sitzen lassen und erzielte 2 Minuten später auf der anderen Seite des Spielfelds nach einer Ecke energisch das 2:3. Damit war es nur noch ein Tor. Der Stadionsprecher hatte vorher erläutert »Auswärtstore zählen doppelt«, was zu größeren Rechenaktionen der am Spielfeldrand versammelten Spielberger Jugend führte (»also führt Denzlingen nun 2:6 und es steht insgesamt 6:7?«)…

Das Spiel war nun längst eine offene Schlacht geworden. Die von 100 Minuten Spiel in der Wärme entkräfteten Akteure warfen sich in jeden Ball. Kurz vor dem Ende der ersten HZ der Verlängerung hatte Denzlingen wieder das bessere Ende für sich. Erneut gab es eine scharfe Hereingabe von rechts, diesmal vollendete aber Coric zum 2:4 (102.).

Der Endstand, etwas unglücklich für den SV Spielberg… Damit brauchte Spielberg in der zweiten Hälfte der Verlängerung wiederum zwei Tore. Die Zeit verging aber relativ flott, ohne dass Spielberg treffen konnte. Denzlingen schien die Führung souverän über die Zeit zu bringen. Ein zu kurzer Abschlag von Denzlingens Keeper Bergdorf brachte dann in der 112. Minute noch einmal Dramatik. Die Kugel landete kurz vor der Mittellinie bei einem Spielberger, der griff umgehend an suchte den Abschluss. Dieser prallte ab und Ritter verwandelte den »Abstauber« zum 3:4. Spielberg griff die letzten Minuten noch einmal energisch an, kam aber nicht mehr durch die tapfer verteidigende Denzlinger Defensive hindurch…

2:1 und 3:4 macht 5:5, was wg. der alten Auswärtstorregel den Denzlingern reichte. Knapper kann man kaum ausscheiden, sehr bitter für den SV Spielberg…

Der FC Denzlingen spielt nun im Aufstiegsfinale gegen den FC Holzhausen aus der Verbandsliga Württemberg. Die Schlachtenbummler waren optimistisch. »Die Schwaben hauen wir jetzt auch noch weg« tönte es optimistisch bei der Siegesfeier der Fans mit den erschöpften Denzlinger Akteuren. Wir sind gespannt!

Fazit: Nachdem das Aufstiegsspiel 80 Minuten lang eine zähe Angelegenheit war, entwickelte es sich zu einem dramatischen Nailbiter mit einem unglücklichen Ende für den SV Spielberg…

 

(Bewertung: Grauenvoll | Schlecht | Geht so | Gut | Exzellent)

Impressionen

Blick durch‘s Netz

Hochbetrieb auf den Rängen und vor Denzlingens Tor…

Hohe Bälle im Sonnenschein…

Verbandsliga Nordbaden 21/22

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