Baden beendet Ballsport

Spielbetrieb

Die Fußballschuhe und Schienbeinschoner liegen unbenutzt auf dem Rasen…

Der außerordentlich Verbandstag des badischen Fußballverbandes beschloss am gestrigen Samstag das Ende der Saison im regionalen und lokalen Fußball Badens. Was nach den Abstimmungen unter den Vereinen im Vorfeld nicht mehr überraschend kam, denn ein Spielbetrieb wird unter Corona-Bedingungen wohl erst frühestens im September wieder möglich sein.

So weit, so gut. Sportlich problematisch sind aber die beschlossenen Wertungen der Spielklassen samt Ermittlung der Aufsteiger über eine durch zwei Nachkommastellen mathematische »Gerechtigkeit« simulierende Berechnung eines Quotienten…

Eine zweifelhafte Abbruchwertung…

Die Spielzeit wird abgebrochen, es gibt keine Absteiger, aber sehr wohl Aufsteiger. Dazu wird ein Quotient verwendet, zu dessen Berechnung die erzielten Punkte durch die Anzahl der Spiele geteilt werden. Und wer da den besten Wert erreicht, steigt auf.

Schon das ist sportlich zweifelhaft, denn es gibt viele Ligen mit ungeraden Teilnehmerzahlen und somit einer unterschiedlichen Zahl absolvierter Partien. Und ein eherner Grundsatz des Spielbetriebs ist, dass jeder gegen jeden spielt und danach eine Tabelle mit dem Endstand berechnet wird. Und Titel, Aufsteiger und Absteiger werden normalerweise nicht im Konjunktiv vergeben. Man kann nur einen Titel oder Aufstieg feiern, wenn man diesen auch erreicht hat…

Vollends willkürlich wird es aber, wenn diese Quotientenregel auch noch über das Ergebnis verschiedener Ligen hinweg angewandt wird. Das wird nun gemacht, um den Aufsteiger zu ermitteln, der normalerweise über die Aufstiegsspiele gegen die Tabellenzweiten der parallelen Ligen ermittelt worden wäre. Da kann man eigentlich auch die Würfel rollen lassen, statt durch eine berechnete Nachkommazahl mathematisch-sportliche Gerechtigkeit zu simulieren…

Meiner bescheidenen Meinung nach hätte man die Saison nicht werten dürfen, wenn man sie abbricht. Denn nun steigen Teams auf, die den Aufstieg sportlich nicht erreicht haben. Das ist, Corona hin oder her, eine äußerst unbefriedigende Lösung und für die »belohnten« Teams ein auch durch noch so viel »aber Corona!« nicht wegzudiskutierender Makel am sportlichen Erfolg. Und wenn es nun doch Aufsteiger gibt, müsste es auch Absteiger geben. An dieses heiße Eisen hat man sich aber nicht rangetraut…

Verbandsliga: Karlsruhkalypse entfällt!

Auch in der nächsten Saison: Verbandsliga-Heimspiele in Friedrichstal! Wie dem auch sei, es ist nun wie es ist. Und was die höchste Spielklasse Badens, die Verbandsliga angeht, hat das aus Karlsruher Sicht auch sein Gutes. Denn dadurch wird der große Abstiegs-Kahlschlag unter den Teams des Fußballkreises vermieden.

Die schon ziemlich stark nach Absteiger aussehenden Fortuna Kirchfeld und SpVgg Durlach-Aue bleiben drin. Ebenso wie der gefährlich nah an der Abstiegszone liegende FC Germania Friedrichstal. Und dank der zweifelhaften ligenübergreifende Quotientenregel steigen mit »Quotienten-Meister« FC-Astoria Walldorf II und dem Zweiten 1. FC Bruchsal gleich zwei Teams aus dem Badischen Fußballverband in die Oberliga BaWü auf. Die Verbandsliga bleibt also auch in der nächsten Saison aus Karlsruher Sicht interessant…

Landesliga: Adios FC Español!

Adios FC Español! Nos vemos en el Kreisklasse B! In der siebtklassigen Landesliga Mittelbaden wurde der SV Langensteinbach zum Quotientenmeister gekürt und ist damit in der nächsten Saison als weiteres Team aus dem Karlsruher Kreis in der Verbandsliga am Start.

Aber es gibt auch einen großen Verlust: Eines unserer Karlsruher Lieblingsteams, der FC Español, meldet seine Erste Mannschaft aus der Landesliga ab und wird zukünftig nur noch mit einem Team an den Start gehen. Die jetzige Zweite Mannschaft, die in der Kreisklasse B spielt, wird zukünftig die Erste (und einzige) der »Spanier« sein. Wg. Corona konnte das berühmt-berüchtigte Sommerfest des FC Español, die »Spanischen Nächte«, nicht stattfinden. Was bei Español, wie alle ausgefallenen Sommerfeste bei allen Klubs, ein beträchtliches Loch in die Vereinskasse reißt, welches einen Rückzug aus der finanziell aufwändigeren Landesliga ratsam erscheinen ließ…

Kreisliga: Unbefriedigendes Ende eines dramatischen Aufstiegskampfs

Der Abpfiff des letzten Spiels »vor Corona« bei der DJK Mühlburg am 8. März war auch der Abpfiff der Saison… Für große Unterhaltung mit einem spannenden Aufstiegskampf stand in der Saison 19/20 auch wieder die Kreisliga Karlsruhe. Und daraus wurde nun eine besonders zweifelhafte Wertung. Nach dem letzten Spieltag vor der Corona-Zwangspause lagen zwischen Spitzenreiter VfB Knielingen und der achtplatzierten DJK Mühlburg lediglich 6 Punkte.

»Quotientenmeister« Knielingen hat ein Spiel mehr absolviert als die zweitplatzierte SG Stupferich und steigt nun, wg. eines durch eine Spielplanlaune ermöglichten Quotientenvorsprungs von 0,047, auf. Ein sportlich sehr unbefriedigendes Ende einer spannenden Kreisliga-Saison…

Kreisklasse B: Aufholjagd des Karlsruher FV gestoppt!

Das »halbe« Heimspiel des Karlsruher FV vs GSK II war dann auch das letzte der Saison… In der Kreisklasse B2 beendete Corona die Aufholjagd unseres ruhmreichen Karlsruher FV. Mit einer Serie von sechs Siegen hintereinander hatte sich der KFV vor der Winterpause an den Aufstiegsspiel-Rang 2 herangearbeitet und hat nun durch Corona keine Möglichkeit mehr, diesen Lauf fortzusetzen. Der TSV Palmbach ist nun der glückliche Aufsteiger in die A-Klasse, mit 5 Punkten Vorsprung auf Rang 2 bzw. eines um 0,44 besseren Quotienten…

Das endgültige Ende der Sportplatzsaison!

Damit ist die Sportplatzsaison 19/20 endgültig vorzeitig beendet. Vor zweieinhalb Monaten, beim letzten besuchten Spiel in der Kreisliga Mühlburg vs Busenbach ahnte noch niemand, dass das der letzte Spieltag der Saison war…

Der großartige Freistoßtreffer von Busenbachs Momodou Manneh in jenem Spiel war damit das letzte »Krachertor« der Saison:

Bleibt zu hoffen, dass es im September endlich wieder auf den Sportplätzen Karlsruhes und Badens weitergeht und uns das Virus nicht noch monatelang einen Strich durch die Rechnung macht. Denn so ein Sonntag ohne Sportplatzbesuch ist doch kein richtiger Sonntag, oder nicht?

Alle verbloggten Spiele der abgebrochenen Sportplatzssaison 19/20

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