Die virulente Fußballpause: Endlich wieder Fußball!

Ballkultur

Handgemaltes Motivationsplakat vor dem »Geisterspiel« KSC vs Darmstadt 98

Allem fussballkulturpessimistischen Dauergenöhle und vielfältiger Bedenkenträgerei aller Art zum Trotz: Nach zwei Monaten Pause rollt der Ball endlich wieder, wenn auch nur in Geisterspielen.

Dieses kleine Blog präsentiert dazu ein paar Worte, ein paar interessante Fußball-Links und einen weiteren Fußballer namens Corona…

Virulente Zeiten

Das war er also, der große Geisterspiel-Comeback-Spieltag der Bundesliga nach zwei Monaten Corona-Zwangspause. Von kleineren Peinlichkeiten abgesehen, verlief dieser in Sachen »zeitgenössische Randaspekte« recht reibungslos, und die Spiele (zumindest die, die ich gesehen habe) waren durchaus unterhaltsam. Natürlich gab es eine Flut von Meinungen zum Thema »aber Geisterspiele sind doch doof«. Einerseits, weil man es halt der das Heft noch kaufenden Zielgruppe schuldig ist. Oder, wie in den Vorwochen, im üblichen kruden Mix mit zeitgenössischem Fußballkulturpessimismus verabreicht.

Aber die Zeiten sind nun einmal wie sie sind, Fußball gibt es derzeit nur als Geisterspiel. Wer (wie ich) regelmäßig auf den Sportplätzen des Regional- und Lokalfußballs unterwegs ist und sowieso primär am Spielgeschehen auf dem Rasen interessiert ist, wird das auch nach einer kurzen Gewöhnungsphase akzeptieren und kann das Spiel genießen, ohne ständig »ja aber wo sind denn unsere tollen Fans!1!!11!!« zu denken. Im Gegenteil, die übliche immergleiche im Chor gesungene Playlist ultradominierter Fankurven vermissse ich nicht wirklich…

Geisterspiele reduzieren das Spiel auf das, was es im Innersten ist: 22 Mann auf dem Platz spielen 90 Minuten gegeneinander. Es kommt jetzt nur auf das Können auf dem Rasen an, Beeinflussungen von den Rängen fallen weg. Das hat auch seinen Reiz.

Damit will ich nicht sagen, dass Zuschauer überflüssig sind und weg sollen, denn ich gehe schließlich auch gerne ins Stadion. Aber die »organisierte Fanszenen« bekommen vorgeführt, dass sie für das Spiel selbst nicht mal annähernd so wichtig sind, wie sie sich selbst nehmen. Was wohl auch einer der Hauptgründe für die aktuelle Flut der den Bundesliga-Neustart wortreich-ablehnenden Pamphlete aus diesen Kreisen ist…

Lesestoff

Bundesliga hin oder her, die »virulente Fußballpause« ist erst dann beendet, wenn man wieder auf dem Sportplatz und im Stadion stehen darf. Deshalb sind hier wieder ein paar interessante Fußball-Artikel-Links aus den Weiten des Internets:

Fußballer, die Corona heißen

Wir hatten schon Jésus Corona, Mittelfeldakteur vom FC Porto. Es gibt aber noch einen Jésus Corona: Nämlich José de Jesús Corona, Torhüter des mexikanischen Hauptstadtklubs Cruz Azul und 54-maliger Nationalspieler für Mexiko. Mit Mexiko gewann er 2012 bei den Olympischen Spielen in London die Goldmedaille.

Der Kapitän von Cruz Azul begann seine Klub-Karriere beim Club Atlas in seiner Heimatstadt Guadalajara und stand 2005 vor einem Wechsel zu Real Madrid. Daraus wurde nix, stattdessen landete Corona nach einem Gastspiel beim Universitätsteam Tecos UAG 2009 bei Cruz Azul in Mexiko City. Dem »blauen Kreuz« (heißt so, weil der Verein 1927 von Arbeitern der Zementfabrik »La Cruz Azul« gegründet wurde) hält Corona seitdem die Treue und steht auch mit 39 als Stammtorhüter auf dem Rasen. Natürlich gibt es auch ein Highlightvideo auf Youtube mit Paraden aus der nach 19 Spieltagen unterbrochenen Saison der Liga MX. Im letzten, schon als »Geisterspiel« ausgetragenen Spiel vor der Corona-Pause rettete Jésus Corona seinem Team durch einen gehaltenen Elfer in der 10. Minute der Nachspielzeit einen 1:0-Auswärtssieg beim Lokalrivalen Club América…

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