Sommerfußball im Tal: ATSV Mutschelbach vs SV Waldhof Mannheim U23 3:0 – 24.8.2019

Stadion

ATSV Mutschelbach vs SV Waldhof Mannheim U23 3:0

Ein sommerlicher Samstag lud zu einem kleinen Ausflug nach Karlsbad ein. Die »neue Fußballmacht des Karlsruher Fußballkreises« ATSV Mutschelbach traf auf die gerade in die Verbandsliga aufgestiegene U23 des SV Waldhof Mannheim und besiegte diese in einem einseitigen Spiel locker mit 3:0…

ATSV Mutschelbach vs SV Waldhof Mannheim U23 3:0

Der ATSV aus Mutschelbach, einem kleinen Dorf das zur Gemeinde Karlsbad gehört (letzte Saison gab es zu den Hintergründen im Rahmen des Erstbesuchs mehr zu lesen), ist ein ambitionierter Klub und die »kommende Macht« im Fußballkreis Karlsruhe. Man darf sich von dem lustigen Ortsnamen, der schwer nach »Dorffußball« klingt, nicht täuschen lassen. Das hat sogar der Kicker bemerkt und widmete dem ATSV letzte Woche (kicker 69/2019, Regionalteil Südwest) in der Papierausgabe einen ganzseitigen Artikel.

In der letzten Spielzeit 18/19 verpassten die »Schmierbrenner« (man nennt Mutschelbacher so, weil einst die dort nach dem Dreißigjährigen Krieg angesiedelten Waldenser-Familien aus Kiefernsaft Wagenschmiere brannten) unter der Leitung von »Fußballprofessor« Dietmar Blicker (Leiter des Hochschulsports an der Karlsruher Uni KIT und der Zertifizierung im NLZ des KSC) in ihrer ersten Verbandsligasaison nur denkbar knapp den Durchmarsch in die Oberliga. Das soll in der gerade begonnenen Saison 19/20 nachgeholt werden. Mutschelbach gilt als einer der Aufstiegsfavoriten und geht damit auch recht offensiv um, Trainer Blicker sagte in der BNN-Saisonstartbeilage:

»Die Mannschaft braucht ein Ziel. (…) Also, ganz klar, ohne Wenn und Aber: Oberliga!«

Anders sieht die Lage beim Gegner, der U23 des Drittligisten Waldhof Mannheim, aus. Der »Buwe«-Nachwuchs stieg nach vier Saisons in der »Versenkung« der Landesliga wieder in die Verbandsliga auf und hat erst einmal nur den Klassenerhalt als Ziel. Auf der Trainerbank sitzt in ein alter Bekannter. Frank Hettrich kehrte nach einem erfolglosen »Himmelfahrtskommando« beim Verbandsligaabsteiger ASV Durlach zu den »Buwe« zurück.

Ein warmer Sommersamstag lud zum Verbandsligakick ein, die Einheimischen waren aber wohl noch mit Feld- oder Gartenarbeit beschäftigt. Denn nur 160 Zusehende wollten das Match auf der bildschönen Sportplatzanlage »Piston-Arena« gegen den Waldhof sehen, große Euphorie (letzte Saison waren es satte 400) sieht anders aus. Was vielleicht auch am Saisonstart lag. Denn aus den ersten drei Spielen holte der ATSV lediglich einen Punkt…

Das sollte gegen die mit der selben Bilanz angereisten Waldhof-Buben (das Durchschnittsalter der Startelf war 23,5 Jahre, was der 35-jährige Torhüter Daniel Tsiflidis noch nach oben trieb…) besser werden. Denn der Favorit dominierte das Spiel von Beginn an und ging bereits nach 14 Minuten durch einen Volleyschuss von Dennis Klemm in Führung.

Mit der Führung ließen es die »Schmierbrenner« aber ruhig angehen und verwalteten die Führung. Da den Waldhöfern die Mittel fehlten, um das auszunutzen, verlief die erste Halbzeit ziemlich actionarm und plätscherte bei 30 Grad der Pause entgegen…

Trainer Blicker hatte seine Männer wohl in der Pause aufgefordert, ein bisschen mehr zu tun, denn die zweite Hälfte sah eine deutlich agilere und spielfreudigere Mutschelbacher Elf. Deshalb fiel schon nach drei Minuten das 2:0. Reinhard Schenker wurde steil auf den rechten Flügel geschickt und gab die Kugel scharf in die Mitte herein, wo Torjäger Tobias Stoll wartete und vollendete. Ein schönes Tor!

Im Gegensatz zur ersten Halbzeit blieb der Favorit aber diesmal am Drücker, ließ den Ball laufen und hatte Gelegenheiten für ein halbes Dutzend Tore. Es gab aber nur noch eines zu bewundern. In der 67. Minute eroberte sich Manuel Hasel im rechten Mittelfeld den Ball und passte diesen hauchzart zum an der Abseitslinie lauernden Stoll, der ein paar Schritte in den Strafraum lief und die Kugel aus halblinker Position versenkte. »Versenkt« war mit dem 3:0 auch das Spiel, der Rest war nur noch das Warten auf den Schlusspfiff.

Damit hat der ATSV endlich den ersten Dreier eingefahren, wir werden sehen, ob die Mutschelbacher nun im weiteren Saisonverlauf ihrer Favoritenrolle gerecht werden können. Nächsten Samstag wartet gleich ein Knaller, wenn es zum VfR Mannheim ins wohl schönste Stadion der Verbandsliga Baden geht. Denn der VfR wurde vor der Saison ebenfalls zum Kreis der Aufstiegsanwärter gezählt…

Fazit: Mutschelbacher Dominanz über eine enttäuschende Waldhof-U23 ergab ein einseitiges und in der ersten Halbzeit langweiliges Verbandsligamatch. Immerhin unterhielt der ATSV in der zweiten Hälfte die Zusehenden mit ein paar schönen Spielzügen, bei denen durchaus noch mehr Tore drin gewesen wären.

 

(Bewertung: Grauenvoll | Schlecht | Geht so | Gut | Exzellent)

Impressionen

Dorfidylle

Waldhofs Torhüter war froh wenn der Ball weg war…

Verbandsliga Baden 19/20

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