Derby-Pleite: KSC vs 1. FC Kaiserslautern 0:1 – 16.2.2019

Stadion

KSC vs 1. FC Kaiserslautern 0:1

Derby-Samstag, Sonnenschein und milder Vorfrühling: Ein wunderbarer Tag für den zweiten Teil der »22 Stunden des regionalen Rumpelfußballs« (Teil 1) mit den beiden badischen Vertretern in Zweiter und Dritter Liga. Und das Derby der heruntergekommenen Tradition hielt, was es versprach: In einem schauerlichem Match verlor der KSC gegen den Rivalen aus den Pfälzer Wäldern mit 0:1 und legte damit im Aufstiegskampf der Dritten Liga einen veritablen Rückrunden-Fehlstart hin…

Baustellen-Report

Voran geht es auf der Wildpark-Baustelle. Die Erdhügel werden langsam abgetragen, ein neuer kleinerer Wall wird gebaut, auf dem demnächst eine provisorische Tribüne errichtet wird. Und vom alten Stammblock A1 sind nun auch die Reste der Stehränge verschwunden und nur noch ein großer Haufen Erde übrig, der demnächst weggeräumt wird…

KSC vs 1. FC Kaiserslautern 0:1

Eine Baustelle ist auch das KSC-Spiel nach der Winterpause. Beim ersten Heimspiel des Jahres hatte es noch einmal für einen Dreier gereicht, dieser sollte aber in vier Spielen der einzige bleiben. Seit dem Rückrundenauftakt gegen Braunschweig haben sich Alois Schwartz‘ Mannen eine nonchalante Herangehensweise an die Spiele angewöhnt. Statt von Anfang an Gas geben, geht man mit einer »wir sind die Allerbesten und gewinnen am Ende doch eh…«-Einstellung in die Spiele und kassierte entsprechende fast jedes Mal ein frühes Gegentor. Irgendwann legten sie dann den Schalter um und spielten besser und schafften zumindest den Ausgleich. Nur wurden diese »guten« Phasen von Spiel zu Spiel kürzer. Aus der »Osttour« nach Jena und Zwickau waren zwei Punkte die kümmerliche Ausbeute. Hätte es in Jena mit etwas Glück noch ein Dreier werden können, so war der Punktgewinn in Zwickau sehr schmeichelhaft und mehr Zwickauer Abschlussschwäche als Karlsruher Stärke zu verdanken. Das Derby gegen den alten Rivalen aus dem etwa 90 km entfernten Kaiserslautern war eine gute Gelegenheit, wieder zurück in die Erfolgsspur zu finden…

Die Erinnerungen an das letzte Derby im Wildpark gegen die »Freunde« aus der Pfalz waren aber gar nicht mal so gut. Das war nämlich jene 1:3-Niederlage im April 2017, die den Abstieg aus der Zweiten Liga klarmachte. Böses Omen!

Ein »wahres« Derby bietet bekanntlich auch immer einen Großeinsatz der Ordnungshüter und restriktive Einschränkungen des Stadionerlebnisses. Das war diesmal eigentlich unnötig, soweit absehbar haben sich alle gut benommen und auf die Unterstützung der Teams im Stadion konzentriert. Da aber die deutsche Fußball-Fankultur nun einmal ihren »guten« Ruf hat, gab es abgeriegelte Straßen, Polizeipferde, Drohnen und, viel schlimmer, im Stadion nichts zu trinken (sprich: kein Bier!). Deshalb musste der obligatorische Stadionbierumtrunk diesmal draußen am Karlsruher Schloss stattfinden. Dem ursprünglichen Bauherr der Prachthütte, Karlsruhes Stadtgründer Karl-Wilhelm, hätte das wohl gefallen. Soll der Markgraf doch Überlieferungen zufolge weltlichen Genüssen aller Art sehr zugetan gewesen sein…

Im Stadion wartete im Vorfrühlingssonnenschein eine für die aktuellen Drittligaverhältnisse ebenso ordentliche wie erwartungsfrohe Kulisse von 17.901 Zusehenden. Das Stadion bietet als Baustelle aktuell Platz für ca. 20.000, es war also nicht ganz ausverkauft.

Dem Derby-Rivalen aus Kaiserslautern geht es sportlich nach der wilden Anfangsphase der Saison unter Trainer Michael Frontzeck wieder einigermaßen gut. Die »Roten Teufel« haben sich unter dem neuen Trainer Sascha Hildmann (zu Saisonbeginn noch Übungsleiter bei Sonnenhof Großaspach) stabilisiert, stecken mittlerweile im Niemandsland der Tabelle und werden sowohl mit Auf- als auch mit Abstieg in dieser Saison nichts mehr zu tun haben. Sorgen bereitet eher die finanzielle Lage des heruntergewirtschafteten Traditionsvereins, denn rund um den Betzenberg ist man auf der Suche nach 12 Millionen Euro. Sonst könnte es mit der Lizenz für die nächste Drittliga-Spielzeit eng werden. Das war ein weiterer guter Grund, sich dieses Derby live im Stadion anzuschauen. Denn wer weiß schon, wann es das Derby das nächste Mal zu sehen geben wird?

Vor Spielbeginn gab es eine Gedenkminute für die beiden in der letzten Woche verstorbenen Karlsruher Sportlegenden Kurt Sommerlatt (Spieler beim KSC und bei Bayern München und erster Trainer des KSC in der Bundesliga) und Heinz Fütterer (zu seiner Zeit einer der besten Sprinter der Welt und Inhaber des 100-Meter-Weltrekords). Man hätte während der Gedenkminute eine Stecknadel im Stadion fallen hören können, sogar der Gästeblock war mucksmäuschenstill. Löblich!

Damit kommen wir nun endlich zum Spiel. Was soll man dazu sagen? Kackspiel, eine der schlechtesten Saisonleistungen des KSC, verdient verloren. Ende des Blogbeitrags…

Alois hatte wieder die Standard-Elf auf den Rasen geschickt. Und wie in jedem Rückrunden-Spiel wäre diese fast wieder in der Anfangsphase in Rückstand geraten. Nach einer Ecke in der vierten Minute verzog Kraus knapp über das Tor.

Damit war das Thema »Strafraumaction« dann auch für die ersten 45 Minuten erledigt. Die Lauterer hatten eine Dreierkette mit drei rigorosen Burschen um die 1,90 vor ihr Tor gestellt. Gemeinsam mit der nicht minder gnadenlosen Mittelfeldbesatzung um den Cornflakes-Zähler und Malle-Tänzer Löhmannsröben grätschten und fighteten diese fast alles weg, was die heimischen Blau-Weißen in Sachen Offensive versuchten. Damit kam der KSC überhaupt nicht zurecht. Zwar hielten sie die Gäste vom eigenen Tor fern, offensiv sprang aber ein einziger Torabschluss von Fink Mitte der ersten Hälfte heraus. Es gab Fehlpässe und Ballverluste in Hülle und Fülle. Wenn ein Team in des Gegners Hälfte mal drei Stationen den Ball behauptete, war das schon eine Tiki-Taka-Stafette. Konsequenterweise ging es mit 0:0 in die Pause. Und man konnte sich das garstige Geschehen nicht mal schön trinken…

Wer dachte, dass die blau-weißen Hausherren in der zweiten Hälfte nun endlich zur Offensive blasen und zeigen wollten, wer der Herr im Hause Wildpark ist, sah sich getäuscht. Ein Außenpfostentreffer von Camoglu war nur ein Strohfeuer. Stattdessen drängten nun die Gäste aus der Pfalz zunehmend auf das Karlsruher Tor. Trainer Schwartz wechselte tatsächlich einmal vor der 80. Minute. Brachte allerdings den kleinen Choi als hängende Spitze für Fink. Dieser blieb erwartungsgemäß gegen die großen starken Jungs in der Pfalz-Defensive wirkungslos…

Stattdessen belohnten sich die Gäste in der 76. Minute für ihr wackeres Auswärtsspiel. Dominik Schad verarbeitete eine Hereingabe von Kühlwetter und brachte sein Team verdient in Führung.

Die erwartete große Schlussoffensive des KSC blieb diesmal aus. Im Gegenteil, zwei Wechsel des Offensivpersonals in der 82. Minute brachten das Offensivspiel komplett zum Erliegen. Die Lauterer fuhren einen verdienten Derby-Sieg ein, und der KSC kassierte die erste Rückrundenniederlage…

Damit stehen die Blau-Weißen mit nur einem Sieg aus fünf Spielen auf Rang 10 der Rückrundentabelle. »Dank« der Niederlage dürfte es mit der Schönrednerei schlechter Leistungen durch die »ungeschlagene Serie« nun vorbei sein und der KSC muss sich deutlich steigern. Wenn man so weitermacht wie in den letzten Wochen, ist die zum Ende der Hinrunde sehr gute Ausgangsposition im Aufstiegsrennen bald verspielt…

Fazit: Ein schwaches Derby, was in erster Linie am favorisierten KSC lag, der sich von wacker kämpfenden Gesten den Schneid und die Punkte abnehmen liess. Ein Match, dass zum Hashtag »22 Stunden des regionalen Rumpelfußballs« perfekt passte…

 

(Bewertung: Grauenvoll | Schlecht | Geht so | Gut | Exzellent)

Impressionen

Flutlichtmasten neu und alt…

Volles Haus auf der Wildparkbaustelle…

Dritte Liga 18/19

ksc fck saison-2018-2019 dritteliga

Creative Commons Lizenzvertrag Hinweise: Alle Bilder können durch einen Klick (oder »Touch«) auf das Bild in einer vergrößerten »Slideshow« angeschaut und durchgeblättert werden.
Sofern nicht anders vermerkt, stehen Texte und Bilder dieses Beitrags unter der Creative Commons BY-SA 4.0 International Lizenz. Was bedeutet das? Bilder und Texte ohne weitere Herkunftsangabe stammen von mir und können unter den Regeln der verwendeten CC BY-SA 4.0 International Lizenz benutzt werden. Eingebettene Medien (Tweets, Youtube-Videos, flickr- und Getty-Bilder etc.) und Bilder mit ausdrücklicher Herkunfts -und Copyright-Angabe stehen natürlich unter der Lizenz, mit der sie von ihren Urhebern erstellt wurden. Deshalb können diese nicht »einfach so« übernommen werden, sondern man muss die Lizenzbedingungen der Urheber beachten.

Bei der Betrachtung von Seiten mit eingebetteten Medien wird die IP-Adresse an den jeweiligen Anbieter übertragen (so funktioniert das Internet), näheres dazu verrät die Datenschutzerklärung.

Syndiziert zu: