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Torarmes Spitzenspiel: FV Alemannia Bruchhausen vs TSV Schöllbronn 0:1 – 13.10.2018

FV Alemannia Bruchhausen vs TSV Schöllbronn 0:1

Nach dem eher enttäuschenden A1-Spitzenspiel in der Vorwoche wagte das Blog einen neuen Anlauf in Sachen »A-Klasse-Topspiel«, diesmal in der Staffel 2. Unter die verheißungsvolle Überschrift »Kreisliga-Duell in der A-Klasse« hatte das lokale Fußballportal Pfoschdeschuss das Match der Karlsruher Kreisklasse A2 zwischen den beiden Ettlinger Stadtteilklubs FVA Bruchhausen und TSV Schöllbronn gesetzt. Und wie beim Match in der Staffel 1 neutralisierten sich die beiden Topteams fast das ganze Spiel über im Mittelfeld, so dass ein frühes Tor das Match für die Gäste entschied…

Ettlinger Gemeindereform-Derby

Die Topteams der Staffel 2 der A-Klasse sind beide in ehemals eigenständigen Dörfern beheimatet, die im Zuge der Gemeindereform 1974 Stadtteile der südlich an Karlsruhe angrenzenden Großen Kreisstadt Ettlingen wurden.

Der gastgebende Tabellenführer FV Alemannia aus (dem mit über 5.000 Einwohnern größten Stadtteil Ettlingens) Bruchhausen wurde 1919 gegründet. Im Laufe der Jahrzehnte ging es immer mal wieder hinauf in die damalige 2. Amateurklasse (die heutige Landesliga), die meiste Zeit verbrachte man im »Fahrstuhl« zwischen Bezirks-/Kreisliga und B-Klasse. Das aktuelle Jahrzehnt begann mit dem Aufstieg in die Kreisliga verheißungsvoll. Aber in den Saison 15/16 und 16/17 teilte der Fußballgott eine volle Breitseite gegen den FVA aus. Nach zwei Abstiegen hintereinander fand man sich in der B-Klasse wieder, aus der man in der letzten Saison wieder in die A-Klasse aufstieg. In diese startete das Team des aktuell verletzten Trainers Christoph Hornberger grandios. Nach sieben Siegen aus den ersten neun Spielen grüßt der FVA mit 22 Punkten und dem eindrucksvollen Torverhältnis von 29:8 als Tabellenführer.

Der Sportplatz des FVA befindet sich, eher ländlich gelegen, im südlichen Zipfel Ettlingens am Bahndamm. Nichtsdestotrotz ist er aber trotzdem mit der S-Bahn von Karlsruhe aus in wenigen Minuten zu erreichen. Nach einem kurzen Fußmarsch vom Bahnhof, vorbei an über schmale Wege fegenden fetten SUVs und in der Ferne krähenden Federvieh, erreicht man den Ground. Dieser ist, wie in fast allen solventen Kleinstädten Baden-Württembergs, eine sehr schöne Anlage. Rund um das satte Grün eines vorzüglichen gepflegten Spielfelds wurde ein zweistufiger Wall angelegt und mit Holzbänken versehen, so dass man, mit einem kühlen Hoepfner Pils in der Hand über dem Spielfeld thronend, das Geschehen auf dem Rasen hervorragend überblicken kann.

Der gegnerische TSV von 1907, aus dem am Rande des Schwarzwalds gelegenen knapp 3.000 Einwohner zählenden Schöllbronn, gehört seit dem Kreisliga-Abstieg 2012 zum Stammpersonal der Staffel 2 der A-Klasse. Die letzten Jahre endete der TSV immer in der oberen Tabellenhälfte, für einen der beiden Aufstiegsplätze reichte es bisher nicht. In der aktuellen Saison könnte sich das ändern. Die Mannschaft von Trainer Patrick Kull startete kaum weniger grandios in die Saison als die Nachbarn aus Bruchhausen. Ihr Prunkstück ist die Defensive. Ganze 4 Gegentore kassierte der noch ungeschlagene TSV in den abgelaufenen neun Partien und blieb damit Tabellenführer FVA mit einem Punkt Rückstand auf den Fersen. Saisonübergreifend waren die Schöllbronner sogar seit 11 Spielen ungeschlagen!

FV Alemannia Bruchhausen vs TSV Schöllbronn 0:1

Der FVA war seit sechzehn Heimspielen ungeschlagen, von denen sie 14 gewannen. Und dabei schossen sie satte 68 Tore. Das Topspiel war also von den Zahlen eine harte Aufgabe für die Gäste aus Schöllbronn. Für 3 Euro Eintritt war man dabei, etwa 150 Zusehende wollten sich den Knaller der beiden Topteams aus der Kreisklasse A2 nicht entgehen lassen.

Und die hatten noch gar nicht alle einen Platz auf dem Wall gefunden, da stand es auch schon 0:1. Ibrahim Aydin stürmte über den rechten Flügel nach vorne und war dabei mit Ball schneller als seine Gegenspieler ohne Kugel am Fuß. Den dabei gewonnenen Freiraum nutzte er für eine Hereingabe in den Strafraum, die der mitgelaufene Kevin Santoro zum 0:1 in der 5. Minute verwerten konnte.

Was noch keiner ahnte: Das war schon der entscheidende Treffer. Die Gäste, die bisher nur vier Gegentore hinnehmen mussten, gingen fortan keine großen offensiven Risiken mehr ein und unterbanden fast alle Bemühungen der Gastgeber. Der heimische FVA leistete sich viele Ballverluste im Spielaufbau, die dann zu gefährlichen schnellen Angriffen der Schöllbronner über die Flügel führten.

So zog sich das Match über 80 Minuten als verbissener Fight im Mittelfeld hin und man hatte nie den Eindruck, dass noch ein Tor fallen würde. Gegen Ende versuchte der FVA es mit der Brechstange und brachte etwas Hektik ins Geschehen. Wirklich in Bedrängnis brachte die stärkste Offensive der Liga den TSV aber nicht.

Ein Spiel, das eigentlich vom Verlauf her ein typisches 0:0 war, endete dank des frühen Treffers der Gäste mit 0:1 und einem entthronten Tabellenführer. Denn der auch nach dem Spitzenspiel noch ungeschlagene TSV Schöllbronn übernahm vom gastgebenden FVA Bruchhausen die Tabellenführung…

Fazit: Von den A-Klasse-Spitzenspielen lässt man besser die Finger. Offensichtlich sind diese zwar umkämpfte, aber doch eher zäh anzuschauende Matches. Das samstägliche Topspiel war zwar bis zum Ende spannend, aber bot nur wenige »aufregende« Strafraumszenen…

 

(Bewertung: Grauenvoll | Schlecht | Geht so | Gut | Exzellent)

Impressionen

Ein schöner Ground…

Der obligatorische Eckfahnen-Shot…

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