Matchday

Rekordsieg: KSC vs Preußen Münster 3:0 – 31.3.2018

KSC vs Preußen Münster 3:0

Wir feiern einen neuen Drittliga-Rekord: Mit einem 3:0 über Preußen Münster blieb der KSC 21 Spiele hintereinander ungeschlagen und verbesserte damit seinen eigenen Rekord aus der Saison 12/13 um ein Spiel. Wichtiger als der Rekord war aber, mit diesem Sieg oben an den Aufstiegsrängen drangeblieben zu sein…

»Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte…«

Der Frühling war endlich im Badnerland angekommen, so dass man nach den vielen nassen und kalten Matches der vergangenen Wochen endlich mal unter angenehmen äußeren Bedingungen in das altehrwürdige Wildparkstadion durfte.

Das motivierte auch ein paar mehr Karlsruherinnen und Karlsruher zum Zusehen als sonst. Knapp 13.000 bedeuteten den drittbesten Besuch der Saison nach dem Auftaktspiel gegen Osnabrück und dem karnevalistischen Niedrigpreisspiel gegen Fortuna Köln. Im Wildpark ist man das aber nicht mehr gewohnt, noch kurz vor Spielbeginn gab es lange Schlangen an Kassen und Eingängen. Was soll das nur werden, wenn am Ende der Aufstieg dräut und es tatsächlich mal wieder wirklich voll im Wildpark werden könnte?

Gegner war mit Preußen Münster mal wieder ein »Traditionsklub«. Wie der KSC waren die Preußen einst Gründungsmitglied der Bundesliga. Nach der ersten Saison stiegen sie aber gleich ab und wurden seitdem nie wieder im Oberhaus gesehen. Seit Anfang der 80er ist für Münster auch die Zweite Liga Geschichte und seitdem ist, wie bei so vielen »Traditionsvereinen«, die Drittklassigkeit und das fußballromantische realitätsferne Träumen von besseren Zeiten das tägliche Fußball-Brot…

Damit das nicht ewig so bleibt, beschloss die Mitgliederversammlung der Preußen im Januar 2018 die Ausgliederung des professionellen Fußballs in eine Kapitalgesellschaft. Weil aber die so genannte »aktive Fanszene« die heißgeliebte »Mitgliederdemokratie« nur so lange liebt, wie die Abstimmung gemäß des eigenen konservativ-traditionalistischen Fußballweltbilds ausfällt, schmollt selbige seitdem und übt sich in »Stimmungsverzicht«. Das Ergebnis: Ein ziemlich leerer Gästeblock, und die die da waren, schauten im schweigenden Schmollen vereint auf das Spielfeld…

KSC vs Preußen Münster 3:0

Der schmollende Gästeblock tat der Stimmung im Wildpark aber keinen Abbruch. Auf der Gegengerade war man bestens gelaunt, kein Wunder, nach so einer Serie. Auch das schwache 0:0 auswärts in Würzburg in der Vorwoche dämpfte die gute Laune nicht…

Gästetrainer Marco Antwerpen, ein Vertreter der neuen Generation karrierebewusster Übungsleiter (der deshalb auch während der laufenden Saison locker-flockig im Unfrieden von Regionalligist Viktoria Köln eine Liga höher zu den Preußen wechselte) musste auf seinen Topscorer Adriano Grimaldi verzichten.

Beim KSC fiel Dauerbrenner Marcel Mehlem aus, Kai Bühlow rückte dafür in die Startelf. Begleitet von einer gewissen Skepsis in Fankreisen lieferte er aber eine tadellose Partie ab.

Bei Sonnenschein und guter Stimmung pfiff der gute Schiri Johann Pfeifer (Weltklasse-Name für einen Schiedsrichter!) das Match an. Und wie so oft (ja, schon klar, angesichts der ungeschlagenen Siegesserie daheim eher »First-World-Problems«) war das Geschehen auf dem Rasen mehr so »typisch Dritte Liga«. Dem KSC fehlen die spielerischen Mittel, um einen stabil verteidigenden Gegner mit einem Ballbesitzspiel zu besiegen. Entsprechend spielte sich das Geschehen wie fast immer im Mittelfeld ab und die Blau-Weißen lauerten auf Konter-Gelegenheiten.

Die beste Chance der ersten Halbzeit hatten die Preußen. Torwart Uphoff musste seine ganze Klasse aufbieten, um einen potenziellen »Screamer« von Kobylanski, der zentral aus 20 Metern abzog, zu entschärfen.

Stattdessen ging der KSC mit einer Führung in die Halbzeit. Als in der 31. Minute eine etwas umständlich über die rechte Seite vorgetragene Offensivaktion im Gedribbel zu versanden drohte, griff Preußens Al-Hazaimeh ein und verhalf dem KSC zur Führung. Er eroberte den Ball, spielte ihn dann jedoch aus kurzer Distanz in die Beine von Muslija. Der zog aus spitzem Winkel ab und der unglückliche Al-Hazaimeh fälschte die Kugel auch noch ins eigene Tor ab. Das war im Grunde schon die Schlüsselszene des Spiels. Sie ruinierte den Münsteraner Matchplan, und wir wissen: Führt der KSC einmal, gibt es für die Gäste nix zu holen. Und als wäre das nicht schlimm genug, wurde der arme Al-Hazaimeh auch noch umgehend in die Auswahl zum Kacktor des Monats März beim Zeigler aufgenommen…

In der zweiten Hälfte war dann Preußen Münster eine halbe Stunde lang das dominierende Team mit mehr Ballbesitz. Was dem KSC sehr entgegen kam, denn man liebt es, aus der bärenstarken Defensive heraus den Gegner im Mittelfeld ein bisschen kicken zu lassen und dann mit blitzschnellen Balleroberungen kontern zu können.

Letztendlich waren es zwei Eckbälle, mit denen die Blau-Weißen den nächsten Heimsieg eintüteten. Eine Ecke von Wanitzek auf Schleuseners Kopf (der damit seine »Mini-Torlos-Krise« von 2 Spielen ohne Treffer erfolgreich beendete) brachte in der 62. Minute das 2:0. Und 14 Minuten später brach nach einer weiteren Ecke im Münsteraner Strafraum ein Tohuwabohu aus, in dessen Folge ein Münsteraner Föhrenbach den Ball auflegte und dieser locker-leicht den 3:0-Endstand besorgte.

Preußen hat durchaus einen guten Auftritt hingelegt und sich »ein Stück weit« selbst geschlagen. Trotzdem hört man selten ein von der Realität weiter entferntes Trainerstatement wie das von Münsters Coach Antwerpen in der PK nach dem Spiel

Fazit: Frühlingssonne, gute Stimmung, ein weiterer Heimsieg, drei Tore, und in Wiesbaden verlor Aufstiegskonkurrent SV Wehen daheim gegen Würzburg – es gab wahrlich schon schlechtere Samstage im Wildpark!

Endstand 3:0!

Die Lage

Der Aufstiegskampf an der Tabellenspitze spitzt sich zu. Es läuft auf einen »aufstiegsverpassenden Rekordvierten« in der Drittliga-Historie hinaus, so intensiv sammeln die ersten vier Punkte.

Im Grunde lässt der KSC auswärts (wie zuletzt in Würzburg) zu viele Punkte liegen. 0:0, 3:1, 1:1, 1:0, 0:0, 1:1 und 0:0 waren die letzten Auswärtsergebniss. Eigentlich gar nicht so schlecht (andere können ja auch kicken…), aber wenn man aufgrund des Fehlstarts gegen starke Konkurrenten noch stets Punkte aufholen muss, ist das trotzdem zu wenig und könnte trotz der epischen ungeschlagenen Serie den Aufstieg kosten…

Gelegenheit es auswärts mal wieder besser zu machen gibt es am nächsten Samstag, wenn es im Heinz-Krügel-Stadion zu Magdeburg zum Top-Kracher 1. FC Magdeburg vs KSC kommt. Ein Auswärtssieg gegen einen direkten Konkurrenten, der wäre jetzt gar nicht so verkehrt…

Impressionen

ksc preussenmuenster saison-2017-2018 dritteliga

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