Spielbetrieb

Neues aus Schottland #18: Wir haben einen Aufsteiger!

Hibernians Stadion an der Easter Road in Edinburgh Die Saison neigt sich dem Ende entgegen, Schlag auf Schlag fallen nun die Entscheidungen: Nach dem Meister in der ersten Liga steht nun auch der Sieger der zweiten Liga, der »Championship« fest: Der Hibernian FC, 142 Jahre alter Traditionsklub aus der Hauptstadt Edinburgh, steht vorzeitig als Meister fest und wird nach einem dreijährigen Gastspiel in der Zweitklassigkeit in die Premiership zurückkehren!

Congratulations Hibernian!

Mit Hibernian kehrt endlich der zweite große Traditionsverein aus der großartigen schottischen Hauptstadt Edinburgh in die erste Liga, die Premiership, zurück. Nach der »schwarzen Saison« 2013/14, die den Abstieg Hibernians und des großen Rivalen Heart Of Midlothian (mit denen sie seit 1875 eines der ältesten Derbys überhaupt 334 mal austrugen) sah, sind die beiden Teams, immerhin beide mit jeweils 4 Meisterschaften dekoriert, nun wieder in der Erstklassigkeit vereint.

Hibernian war 2014 in der Relegation überraschend abgestiegen. In einer Saison, die sie eigentlich auf einen Europapokalplatz bringen sollte, spannten sie dem Ligarivalen Inverness Caley mit Terry Butcher während der Saison den Trainer aus und stiegen als Fluch der bösen Tat ab.

Und wie das halt so ist, wenn man erst einmal in der Zweitklassigkeit hängt, stellte sich der Wiederaufstieg als schwieriger heraus als gedacht. In der Saison 14/15 zogen sie gegen Hearts den Kürzeren und scheiterten als Tabellenzweiter in den Play-Off-Aufstiegsspielen. Und in der letzten Saison 15/16 war gegen The New Rangers kein Kraut gewachsen und Hibs scheiterten erneut in den Play-Offs. Immerhin konnten sie sich mit dem ersten Pokalsieg seit 114 Jahren trösten.

In der aktuellen Saison setzten sie sich unter Trainer Neil Lennon letztendlich souverän gegen Dundee United, Falkirk und Morton durch und machten am Wochenende mit einem 3:0 gegen Queen Of The South den Aufstieg klar. Die drei Rivalen müssen nun in den Play-Off-Spielen gegen den Vorletzten der Premiership den zweiten Aufsteiger ausmachen. Da hoffen wir selbstverständlich auf ein erfolgreiches Ende für Dundee United!

Damit kommt ein weiteres interessantes Team in die erste Liga zurück und wird den Kampf um die Plätze hinter Celtic interessant machen. Mit Spielern wie John McGinn, Dylan McGeouch, Jason Cummings und Celtic-Leihgabe Efe Ambrose hatten sie schon diese Saison einen Kader, der (wie sie in Pokalspielen gegen Hearts und Aberdeen zeigten) in der Premiership konkurrenzfähig sein wird. Congratulations, and welcome back!

Liga-Teilung

In der ersten Liga wurde am Wochenende nach dem 33. Spieltag die Liga »geteilt«. Die ersten 6 und die Plätze 7 bis 12 spielen jeweils noch einmal in einer einfachen Runde gegeneinander. Dabei kann es natürlich zu Ungerechtigkeiten kommen, da die Anzahl der Heim- und Auswärtsspiel durch die 5 Spiele in den Tabellenhälften evtl. nicht aufgeht. Dieses Mal hat es Ross County erwischt, die nun ein Heimspiel weniger als alle anderen Teams haben. Andere Länder, merkwürdige Regularien…

Am letzten Spieltag der normalen Runde gab es noch einmal etwas Ärger, weil Meister Celtic durch eine recht dreiste Schwalbe (etwa bei 1:18 im Video) um den Sieg bei Ross County gebracht wurde. Da soll noch mal einer sagen, auf der Insel gäbe es sowas nicht. Außerdem sah Celtic-Captain Scott Brown die Rote Karte nach einer herzhaften Grätsche…

Celtic bleibt trotzdem auch im 33. Spiel ungeschlagen, dieses Spiel war erst das vierte Unentschieden der Saison.

Wechselhaft bleibt es auch für den kürzlich vorgestellten »schottischen Nagelsmann« Ian Cathro und seine Hearts. Hearts spielten in einem grauenhaften Spiel 0:0 in Kilmarnock und demonstrierten erneut ihre fehlende Konstanz. In der Vorwoche gab es einen 1:0-Sieg gegen Dundee, in dem Cathros Team zeigte, was es an guten Tagen leisten kann. Aber es sind halt nicht alle Tage gute Tage…

Apropos Dundee, der FC Dundee verlor nicht nur dieses Spiel und entließ heute Trainer Paul Hartley. Der Lokalrivale von Dundee United befindet sich als Vorletzter in akuter Abstiegsgefahr…

Und sonst?

Das Fußball-Kalenderblatt von 120minuten erinnert an das europäische Rekordspiel zwischen Schottland und England im Glasgower Hampden Park im Jahre 1937. 149.415 Zusehende sahen damals das Spiel, nie mehr waren in Europa so viele Zuschauer bei einem Fußballspiel. Hampden war zu der Zeit ein gewaltiges Stadion mit riesigen Stehplatztribünen. Heute ist Hampden nach diversen Umbauten ein normales Stadion mit knapp 52.000 Sitzplätzen.

Am kommenden Wochenende gibt es in eben jenem Hampden Park die überaus vielversprechend aussehenden Halbfinalspiele des Scottish Cup. Samstag um 13:15 trifft der frische Aufsteiger Hibernian auf den FC Aberdeen, und am Sonntag um 13:00 steigt (dieses Mal auf neutralem Grund, ebenfalls im Hampden Park) das nächste Derby zwischen Celtic und The New Rangers. Da den schottischen Pokal in Deutschland niemand übertragen will, ist man für Übertragungen auf kreative Lösungen in der weiten Welt des Internets angewiesen…

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