Neues aus Schottland #12: Hibernian holt sich den Pokal und Celtic Brendan Rodgers

Spielbetrieb

»Hibernian Badge« von GDU photography auf flickr, CC BY-NC-ND 2.0 Jetzt ist die Saison auch in Schottland beendet: In einem aufregenden Pokalfinale (nicht so ein Langweiler wie Bayern vs BVB) schlug Hibernian aus Edinburgh die Rangers mit 3:2 und holte erstmals seit 114 Jahren den Scottish Cup! Danach gab es noch einen Platzsturm und ein ähnliches Medientheater wie bei uns zu den Zeiten der »Halbangst«. Währenddessen landete Celtic einen großen Coup und verpflichtete Brendan Rodgers als Nachfolger von Ronny Deila.

[Foto: »Hibernian Badge« auf Flickr, CC BY-NC-ND 2.0 von GDU photography. Thanks!]

Scottish Cup: Rangers vs Hibernian 2:3

Zum Saisonabschluss wurde es noch einmal dramatisch in Schottland. Zweitligameister und -aufsteiger Rangers FC und Noch-Ligakonkurrent Hibernian aus der Hauptstadt Edinburgh standen sich im schottischen Nationalstadion Hampden Park gegenüber. Schon nach 3 Minuten brachte Celtic-Leihgabe Anthony Stokes Hibernian in Front, Veteran und Celtic-Fan-Liebling Kenny Miller glich nach 27 Minuten aus. Nach 64 Minuten brachte Andy Halliday die Rangers gar 2:1 in Führung. Stokes glich in der 80. Minute mit seinem zweiten Treffer aus, und in der 90+2. Minute rastete die »Hibees« komplett aus als David Gray den 3:2-Siegtreffer erzielte (Hibernian spielt in Grün-Weiß):

Das war der erste Pokalsieg für Hibernian seit 114 Jahren, die Freude brach sich mit einem Platzsturm Bahn. Die Stimmung drohte kurz zu kippen, als Rangers-Fans ebenfalls auf den Platz liefen und sich vereinzelte Gefechte mit Hibernian-Fans lieferten. Ordner und Polizei bekamen das aber schnell in den Griff, der Platz wurde wieder geräumt, der Scottish Cup übergeben und die großartige Klubhymne »Sunshine on Leith« angestimmt:

Wie immer heutzutage (insbesondere die BBC tat sich mit staatstragender Law-and-Order-Berichterstattung hervor) gab es wg. des Platzsturms ein Riesentheater, das sich dann irgendwann wieder legen wird…

Das störte Hibernian und die Fans, die »Hibees«, aber nicht sonderlich. Stattdessen feierten sie eine gewaltige Siegesparade auf den Straßen ihres Stadtteils im Osten von Edinburgh und fuhren stolz den Pokal spazieren.

Brendan Rodgers

Zum Wochenende eroberte sich Celtic die Schlagzeilen: Der Klub stellte den ehemaligen Swansea- und Liverpool-Trainer Brendan Rodgers als neuen Trainer vor. Das ist für die schottische Liga schon ein großer Name, entsprechend war die trotz Meisterschaft schlechte Stimmung der Deila-Endphase im Celtic-Lager wie weggeblasen. Das wie stets wortreich kommentierende »The Celtic Blog« meinte euphorisiert:

»It is a massively aggressive move, revealing an intention at this club to maintain our dominance over the Scottish game for years to come and offering the clearest indication we’ve had in years that Celtic hasn’t yet given up on the European stage.«

Am gestrigen Montag gab es die offizielle Vorstellung vor 13.000 Zuschauern(!) im Celtic Park. Rodgers weiß natürlich, was die Leute hören wollen, und sagte:

»Celtic is one of the biggest clubs in the world and for me to come out of the Premier League to here is certainly not a step down. This is one of the great clubs in the world, it’s an institution in its own right so for me to come here is a huge honour and a privilege to come and manage Celtic.«

Die Fans sind entsprechend enthusiasmiert:

Die Trainerverpflichtung lässt auf Ambitionen der Celtic-Bosse schließen. Um dieses Mal aber die Champions-League-Quali zu schaffen, werden der Trainer-Verpflichtung aber noch einige gute Transfers für kickendes Personal folgen müssen. Lt. kursierenden Gerüchten war Celtic-Oberboss Dermot Desmond über die Pokal-Pleite gegen Rangers so sauer, dass er nun die Schatulle für Neuzugänge öffnen möchte. Damit so etwas nicht noch einmal passiert…

Die letzte Entscheidung

In der Relegation um den letzten Platz in der ersten Liga, der Premiership, musste der Vorletzte Kilmarnock nach einer 0:1-Pleite im Hinspiel gegen den Falkirk FC antreten und löste diese Aufgabe souverän mit 4:0.

Damit ist die letzte Entscheidung gefallen, rekapitulieren wir:

  • Meister ist Celtic und spielt im Juli in der Champions-League-Qualifikation.
  • In die Europa-League-Quali gehen der Aberdeen FC als Zweiter und der Dritte Heart Of Midlothian. Und der Pokalsieger Hibernian als Zweitligist.
  • Der Vorletzte Kilmarnock, s.o., hält die Klasse.
  • Dundee United steigt ab.
  • Und die Rangers steigen auf.

Da sich Schottland als einzige »Home Nation« nicht für die Europameisterschaft qualifizieren konnte, geht der schottische Fußball nun bis Juli in die große Sommerpause. Dann werden die Qualifikanten der europäischen Wettbewerbe in die Quali-Runden gehen, und der Rest spielt erstmals die ersten Runden des Liga-Pokals im Sommer in Turnierform. Man möchte dem nassen schottischen Winter mit seinen »waterlogged Pitches« ein wenig entgehen und mehr Fußball in den wärmeren Sommermonaten haben. Und am 6. August starten die schottischen Ligen wieder in die neue Saison…

Screamer der Saison

Wir verabschieden die schottische Saison mit dem »ballreiter-Schotten-Tor der Saison«. Celtics Australier Tom Rogic erzielte es mit einem lässigen Linksschuss aus 30 Metern. Das war der Last-Minute-Siegtreffer zum 1:0-Auswärtssieg von Celtic beim Kilmarnock FC am 19.3.2016:

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