Neues aus Schottland #11: »Five in a row« für Celtic, zweite Liga für Dundee United

Spielbetrieb

Celtic Park 2013 Am Ende waren es doch wieder »schottische Verhältnisse« mit 15 Punkten Vorsprung: Celtic wurde zum 47. Mal Schottischer Meister, und zum fünften Mal hintereinander. Konkurrent Aberdeen ließ einfach zu viel liegen als sich Celtic seine kleinen »Krisen« nahm. Kontrastprogramm dagegen in Tayside im Osten Schottlands: Dundee United stieg erwartungsgemäß ab…

The Scottish Champions: Celtic FC

Beim letzten Blick nach Schottland war das schockierende Ausscheiden im Scottish Cup gegen den Lokalrivalen »Sevco« Rangers und der angekündigte Abschied von Trainer Ronny Deila zu berichten gewesen. Seitdem holte Celtic aus 5 Spielen noch einmal 10 Punkte und sicherte sich souverän die 47. Meisterschaft der langen und ruhmreichen Vereinsgeschichte. Am letzten Sonntag gab es, passend zum »Trophy Day«, der Pokalübergabe, zum Abschied von Coach Ronny Deila ein 7:0-Schützenfest gegen den Motherwell FC zu bestaunen:

Danach wurde dem neuen Meister der Pokal überreicht:

In den letzten Wochen spielte Celtic wieder deutlich besser, Ronny Deila setzte die jungen Spieler ein, die es ihm mit Toren dankten. Zuletzt gegen Motherwell ließ Deila den erst 16-jährigen Jack Aitchison debütieren, der prompt ein Tor schoss und damit der jüngste Erstliga-Torschütze in der Geschichte Celtics ist. Mit ihm und anderen Youngstern wie Kieran Tierney oder der ManCity-Leihgabe Patrick Roberts hat Celtic großes Potenzial, zumal die meisten »Älteren« auch noch im Bereich zwischen 20 und 25 Jahren liegen. Wie schon beim letzten Mal erwähnt, es ist sehr schade, dass Ronny Deila nicht die Zeit bekommt, die Arbeit an dieser Mannschaft fortzusetzen. Eine Erkenntnis, die mittlerweile nicht nur dem ballreiter gekommen ist…

Als Nachfolger werden ein Haufen »üblicher Verdächtiger« mit Celtic-Stallgeruch gehandelt. Favorit bei den Buchmachern ist aktuell die ManUnited-Legende Roy Keane, ohne große Erfahrung als Vereinstrainer und aktuell Co-Trainer der irischen Nationalmannschaft. Seine Empfehlung als potenzieller Celtic-Trainer: Zum Ende seiner Karriere streifte er zehnmal das Trikot mit den Hoops über…

Abstieg für Dundee United

Das Geschehen in Sachen Celtic-Trainer ist aber harmlos gegen das, was beim heimlichen ballreiter-Liebling Dundee United nach dem feststehenden Abstieg in die zweitklassige Premiership abgeht.

Ausgerechnet im Derby beim Lokalrivalen Dundee FC wurde mit einer 1:2-Niederlage der Abstieg amtlich. Wenn eine Saison bitter läuft, dann meistens richtig bitter. Dieses Spiel (Dundee United wie immer in Orange/Schwarz) zeigt noch einmal symptomatisch das Problem dieser Saison: Nach einer feinen Aktion ging United 1:0 in Führung, nur um dann mit unfassbaren Gegentoren an der Grenze zum »Kacktor«, gerne nach Standards, das Spiel wieder aus der Hand zu geben:

Damit war der Abstieg beschlossene Sache, und wie Sie wissen, verehrte Leserinnen und Leser, ist Fußball die Sache, die manchmal auch harte Männer zum Weinen bringt:

Nach dem feststehenden Abstieg ging es rund bei United. Präsident Stephen Thompson entschuldigte sich in einem offiziellen Statement bei allen Fans, Trainer Mixu Paatelainen wurde umgehend entlassen, bis auf 4 Spieler (darunter der deutsche Torwart Luis Zwick) wurden alle Spieler für die neue Saison ebenfalls entlassen, und Präsident Thompson sucht in den USA einen Käufer für seine Anteile am Klub. Bei den Fans ist die Stimmung natürlich am Nullpunkt, im Stimmungsbericht am Tag danach bei der BBC sagt ein Fan:

»[…] the last few weeks have been so dire that you have to question everything. We need change now.«

Immerhin gibt es mittlerweile einen neuen Trainer für die kommende Saison. Ray McKinnon, ehemaliger Spieler bei Dundee United, wird das Team übernehmen. McKinnon führte in dieser Saison in der zweiten Liga die Raith Rovers aus Kirkcaldy (auf der anderen Seite des Firth of Forth gegenüber von Edinburgh gelegen) bis in die Aufstiegs-Playoffs, wo sie an Hibernian Edinburgh scheiterten. Zumindest ist er ein Trainer der schon bewiesen hat, in der zweiten Liga erfolgreich arbeiten zu können, und damit der erste kleine Hoffnungsschimmer in diesen harten Zeiten. McKinnon sagte der BBC:

»This is a very big club and it's our task to rebuild them and take them back to the Premiership and we are under no illusions about the task ahead, but it is certainly a job I am really excited about.«

Natürlich werden wir das nächste Saison beobachten!

Und sonst?

Die Saison nähert sich auch in Schottland dem Ende, fast alle Entscheidungen sind gefallen. Als letztes wird in Hin- und Rückspiel entschieden, wer in die erste Liga aufsteigen bzw. drinbleiben darf. Der Falkirk FC (aus der Stadt des berühmten Falkirk Wheel) setzte sich gegen Hibernian durch und darf nun gegen den Vorletzten der Premiership, Kilmarnock, um den letzten Platz in eben dieser ersten Liga spielen.

Und die großartige schottische Hauptstadt Edinburgh hat nach den Hearts (in der Premiership) und den am Aufstieg gescheiterten Zweitligisten Hibernian nun einen weiteren Klub im vier Ligen umfassenden professionellen schottischen Ligensystem: Den Edinburgh City FC, genannt »The Citizens«, gelang der Aufstieg in die League Two (vierte Liga). Glückwunsch!

Und am Samstag (16:00 Uhr) steht noch das Endspiel um den Scottish Cup zwischen »Sevco« Rangers und den erwähnten Hibernian an. Ein reines Zweitligaendspiel also.

schottland neues-aus-schottland dundee celtic saison-2015-2016

Creative Commons Lizenzvertrag Hinweise: Alle Bilder können durch einen Klick (oder »Touch«) auf das Bild in einer vergrößerten »Slideshow« angeschaut und durchgeblättert werden.
Sofern nicht anders vermerkt, stehen Texte und Bilder dieses Beitrags unter der Creative Commons BY-SA 4.0 International Lizenz. Was bedeutet das? Bilder und Texte ohne weitere Herkunftsangabe stammen von mir und können unter den Regeln der verwendeten CC BY-SA 4.0 International Lizenz benutzt werden. Eingebettene Medien (Tweets, Youtube-Videos, flickr- und Getty-Bilder etc.) und Bilder mit ausdrücklicher Herkunfts -und Copyright-Angabe stehen natürlich unter der Lizenz, mit der sie von ihren Urhebern erstellt wurden. Deshalb können diese nicht »einfach so« übernommen werden, sondern man muss die Lizenzbedingungen der Urheber beachten.

Bei der Betrachtung von Seiten mit eingebetteten Medien wird die IP-Adresse an den jeweiligen Anbieter übertragen (so funktioniert das Internet), näheres dazu verrät die Datenschutzerklärung.

Syndiziert zu: