Zehn Minuten zum Glück

Spielbetrieb

Bild: Plakat Auf auf auf in die Champions League Schade! Zehn Minuten fehlten zum Auswärtssieg bei Manchester City, der das Überwintern in der Europa League perfekt gemacht hätte. So aber drehte ManCity innerhalb von 5 Minuten einen 1:2-Rückstand in einen 4:2-Sieg. Parallel besiegte der FC Sevilla daheim Juventus Turin mit 1:0, so dass die Borussia unglücklich auf Rang 4 der Champions-League-Gruppe D abrutschte und ausschied.

Mönchester

Wie immer hatten sich Tausende Borussen-Fans zum Auswärtsspiel nach Manchester aufgemacht und die englische Metropole des Fußball-Großkapitals in »Mönchester« umgewandelt. Im Fernsehen hörte man fast nur den Gladbacher Auswärtssupport.

Das Spiel

André Schubert stellte die (durch die Verletzten sowieso weitestgehend alternativlose) Siegerelf gegen Bayern auch bei Manchester City auf den Rasen. Und die machte genau da weiter, wo sie gegen Bayern aufgehört hatte. Zur Freude der Taktiknerds spielte die Fohlenelf wieder offensiv mit Dreierkette, die sich defensiv in eine durch abkippendes Mittelfeldpersonal angereicherte Viererkette verwandelte. Trotzdem ging ManCity durch die erste gute Offensivaktion in der 16. Minute 1:0 in Führung. Sterling passte auf Silva, der mit einem Klasse-Schuss aus schrägem Winkel das Spielgerät in die Maschen hämmerte.

Das beeindruckte die Borussia aber nicht sonderlich, drei Minuten später startete Fabian Johnson einen seiner unwiderstehlichen Flügelläufe und passt den Ball auf den mitgelaufenen Julian Korb, der weitestgehend unbedrängt ins Tor schießen konnte. Borussia spielte groß auf, erreichte in der ersten Halbzeit bombastische 70% Ballbesitz. Und ging dann in der 42. Minute verdient in Führung. ManCity konnte einen Schuss von Stindl nicht richtig klären, über Wendt und Johnson kam der Ball zu dem vor dem Tor lauernden Raffael, der mühelos einschoss.

2:1-Führung für Borussia, bei Sevilla gegen Juve stand es 0:0 – der Gladbacher europäische Fußballhimmel hing zur Halbzeit voller EL-Sechzehntelfinale-Geigen…

Dummerweise waren aber noch 45 Minuten zu spielen. ManCity erwachte und drehte nun groß auf, die Fohlenelf kam nicht mehr aus der eigenen Hälfte heraus und im Minutentakt prasselten die Chancen auf das Gladbacher Tor ein.

Aber das Gladbacher Abwehrbollwerk blieb lange stabil. André Schubert wechselte um die 70. Minute Schulz und Drmic für Dahoud und den angeschlagenen Johnson ein, ManCity warf mit Bony und Navas frische Offensivkräfte ins Spiel. Schuberts Wechsel taten dem Defensivspiel der Borussia nicht gut, Schulz hatte in seinen 25 Minuten Spielzeit ganze 7 Ballkontakte. Vielleicht wäre der erfahrene Jantschke hier eine bessere Wahl gewesen…

Das Übergewicht von ManCity wurde nun immer deutlicher und in der 80. Minute brach Borussia in sich zusammen. Innerhalb von fünf Minuten drehten zweimal Sterling und einmal Bony das 1:2 zum 4:2-Endstand. Zusammen mit Sevillas Sieg gegen Juve bedeutete das das Ende von Borussias europäischen Aktivitäten für diese Saison…

Fazit

Auch wenn das Ende durch die fehlenden 10 Minuten zum Glück und den an das Dortmund-Spiel erinnernden Zusammenbruch etwas bitter ist – Borussia hat in der »Todesgruppe« eine alles in allem gute Champions-League-Runde gespielt. Nach dem desaströsen Auftakt gegen Sevilla in der Favre-Endphase waren durchaus schon Stimmen zu vernehmen, die eine »Null-Punkte-Runde« befürchteten.

Aber Borussia zeigte nach dem Trainerwechsel auch in der Champions League, dass sie zumindest mithalten kann. Um solche Spiele gegen Gegner wie ManCity auch zu gewinnen hätte der Kader gestern mehr Erfahrung gebraucht. Es fehlten Stranzl, Dominguez, Hahn, Herrmann und Traoré, irgendwann kann man das nicht mehr ersetzen. Und nur mit 19-jährigen Talenten kann man auf diesem Niveau nicht bestehen. Das ist zumindest eine Erkenntnis für die Kaderplanung beim nächsten Anlauf.

Letztendlich waren die Auftaktniederlage gegen Sevilla und die Last-Minute-Niederlage im Hinspiel gegen ManCity zu schwere »Hypotheken« für das Weiterkommen. Hat trotzdem Spaß gemacht, an dieses »Champions League« kann man sich gewöhnen. Nächste Saison gerne wieder…

gladbach mancity saison-2015-2016 championsleague

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