Bundesligaspannendmacher: Sieg gegen Bayern!

Spielbetrieb

Bild: Borussia-Fahne Was für ein Festtag im Borussia-Park: Borussia schickt den FC Bayern mit einer 3:1-Niederlage nach Hause und bleibt auch im zehnten Bundesliga-Spiel unter André Schubert ungeschlagen.

Und bestätigt die (zugegebenermaßen relativ neue) Rolle als »Bayern-Angstgegner« mit dem zweiten Sieg gegen die Großkopferten aus Minga im Kalenderjahr 2015.

Borussia vs Bayern

Gegen den Bundesliga-Totengräber FC Bayern war die Borussia trotz der Schubert-Serie natürlich klarer Außenseiter. Aber der Trainer hatte sich was ausgedacht: Er nahm Drmic aus der Startelf heraus und brachte das Schweizer Talent Nico Elvedi zu seinem Startelfdebüt in der Bundesliga in einer nominellen Dreierkette. Die das ganze Sportwochenende in allen Sendungen und auf allen Websites ausgiebig mal mehr und mal weniger fachkundig analysiert wurde. De facto war es manchmal eine Dreier-, manchmal eine Vierer-, und manchmal aber auch eine Fünferkette. Gewohnt ausgiebig betrachtet das Spielverlagerung.de. Übrigens spielt Borussia schon seit Wochen öfter mal so während der Spiele, aber woher sollen das die berufsmäßigen Fußball-Beobachter wissen?

Ebenso de facto hätte das alles wahrscheinlich nichts genutzt, wenn die Bayern in ihrer »guten Viertelstunde« in der ersten Halbzeit das Tor getroffen hätten. Borussia geriet zwischen der 10. und der 25. Minute ordentlich unter Druck, die Bayern hatten 5 teilweise hochkarätige Chancen. Für Chancen bekommt man aber keine Punkte, die Fohlenelf überstand diese starke Phase der Bayern mit Geschick und Glück und bekam das Spiel ab der 30. Minute zunehmend in den Griff. Die Elf vom Niederrhein kam danach, wie man immer so schön sagt, »in die Zweikämpfe« und hielt die gefährlichen Torjäger der Bayern vom eigenen Tor fern.

Nach der Pause ein ähnliches Bild, bis zur 54. Minute. Der wie immer großartige Fabian Johnson machte auf dem linken Flügel Weltmeister Philipp Lahm nass und passte auf den ebenso wie immer großartigen Oscar Wendt, der mit einem Hacken-Kabinettstückchen einen Kurzdoppelpass mit Raffael spielte und mit seinem »schwachen« rechten Fuß zur 1:0-Führung einnetzte. Was für ein Jubel!

Normalerweise werden die Bayern sauer, wenn man sie mit so einem frechen Tor ärgert und schlagen umso härter zurück. Aber nicht an diesem Nachmittag im Borussia-Park! Die Fohlenelf wurde zunehmend zum Herrn im eigenen Fußball-Haus und unterband aufmerksam und zweikampfstark schon im Mittelfeld die Angriffe der Bayern. Statt einer Antwort der Bayern legte die Borussia nach. Ein Freistoß von Raffael wurde hintenrum hoch in den Strafraum geschlagen, Debütant Elvedi legte mit einer Kopfballbogenlampe für den herannahenden Stindl auf, der das runde Kunstlederobjekt ansatzlos volley ins Tor kickte – 2:0!

Und nur zwei Minuten später passte Korb einen hohen Lupfer in den Lauf von Johnson. Die Bayern verschliefen das Abseits, und Johnson rannte über den rechten Flügel los und verwandelte zum 3:0. Borussia hatte die Bayern besiegt! Das 1:3 durch das Comebacktor von »Kranck« Ribery in der 81. Minute war nur noch der Ehrentreffer…

Was lernen wir daraus?

Die Bayern sind doch schlagbar. Wenn man selbst die notwendige Qualität auf den Rasen bringt. Auch wenn die üblichen Verdächtigen in den bayernlastigen Medien den Borussia-Sieg mit »Bayern-Pech in der ersten Halbzeit« klein reden (darüber kann man wie Seitenwahl schon mal den Kopf schütteln):

Das war eine große Leistung der Fohlenelf und ein am Ende hochverdienter Sieg, mehr als dreiviertel des Spiels ging an Borussia. Natürlich mit dem notwendigen Glück in der ersten Halbzeit, ab der 30. Minute war Borussia aber die bessere Mannschaft und gewann hochverdient.

Aber natürlich ist das keine »Blaupause« für den Rest der Liga, denn die notwendige Qualität, um so zu spielen, muss man schon selbst auf dem Rasen stehen haben. Und das haben wenige in der Bundesliga. Deshalb wird für viele Teams der Bundesliga »massierte Abwehr und drauf hoffen dass Bayern kein Schussglück hat« der vielversprechendere Matchplan sein.

Mit dem 19-jährigen Nico Elvedi hat der nächste der Jungspund-Neuzugänge sein Startelfdebüt gegeben. Zunächst hatte Elvedi in der 1. Halbzeit Schwierigkeiten gegen Kingsley Coman (der übrigens nur 3 Monate älter ist), bekam das aber mit zunehmender Spieldauer in den Griff und spielte dann in HZ2 richtig gut, mit dem Assist zum 2:0 als Höhepunkt. Nun frohlocken einige und sagen »siehste, war doch richtig mit jungen unerfahrenen Spielern im Kader«. Hätte Coman aber in der ersten Halbzeit ein oder zwei Tore gemacht aus den vielen Chancen, wäre das Echo »war doch zu gefährlich gegen Bayern mit so einem unerfahrenen Spieler zu beginnen« gewesen. So ist Fußball, der erfolgreiche Trainer macht alles richtig. Und umgekehrt. Zudem debütierte Elvedi in einer funktionierenden Mannschaft. Im Gegensatz zu Schulz und Christensen am ersten Spieltag…

Das Echo

  • kicker-Spielbericht. Mit den beiden Dreier- und -Fünferkettenhelden Wendt und Korb und natürlich Johnson in der Elf des Tages.
  • Seitenwahl – Auf Augenhöhe. »Es war insgesamt ein Spiel auf absoluter Augenhöhe zwischen den beiden derzeit besten Mannschaften der Liga. Bei beiden Teams fehlte ein halbes Dutzend potentieller Stammkräfte. Gejammert wurde darüber ausgerechnet nur von der Mannschaft, die sich einen zweiten Anzug mit Champions-League-Qualität leistet.«
  • Torfabrik – Einfach genießen. »Was ein Festtag im Borussia-Park, als unbesiegbaren Bayern innerhalb von 15 Minuten ihren ›Meister‹ fanden. Ein Ergebnis zum Genießen.«
  • Spielverlagerung – Schubert mannorientiert, Pep desorientiert. »Es war auch Glück bei diesem Sieg der Fohlen dabei, aber nicht nur. Zur Bewertung aus Bayern-Sicht kann man vieles anführen, aber gravierend neue Erkenntnisse hat diese Niederlage nun nicht gebracht. Aus Gladbacher Sicht kann man vor allem die zweite Halbzeit als beeindruckend bezeichnen.«
  • Halbangst – Die Abbitte. »Ganz Deutschland liebt Borussia Mönchengladbach. Und das nervt. Klar hat die Borussia den FC Bayern in beeindruckender Manier geschlagen. Aber, dass die Mannschaft von Andre Schubert eine der hochklassigen in der Liga ist, sollte sich rumgesprochen haben.«
  • Bundesliga-Fanatic – BAYERN’S UNBEATEN RUN ENDS AS BORUSSIA MÖNCHENGLADBACH RUN RIOT. »Who says the Bundesliga is predictable and Bayern have it easy? «
  • RPOnline - »Opa Herrmann« erzählt vom Krieg. »In den fünf größten Ligen Europas sind nur zwei Mannschaften länger ungeschlagen: Paris Saint-Germain (17 Spiele) und Tottenham Hotspur (14).«
  • 11Freunde – Endlich wieder sexy. »Bis Samstag hatte die Bundesliga den Reiz einer überstrapazierten Ehe. Dann kam Borussia Mönchengladbach und sorgte für einen heißen Nachmittag.«

Die Lage

Borussia ist nun auf Rang 3 der Tabelle durchmarschiert. In der imaginären »Schubert-Tabelle« führt Borussia nun sogar mit 26 Punkten aus 10 Spielen vor den Bayern, die im selben Zeitraum »nur« 25 Punkte holten. Nach 15 Spielen hat die Fohlenelf nur einen Punkt weniger auf dem Konto als in der letzten Saison nach Abschluss der Vorrunde. Und das trotz des Fehlstarts mit 5 Niederlagen.

Wettbewerbsübergreifend ist Borussia nun seit 12 Pflichtspielen ungeschlagen, und hat in den 15 Pflichtspielen unter Schubert überhaupt nur einmal verloren, in der CL bei der unglücklichen Last-Minute-Niederlage gegen ManCity. Beste Voraussetzungen also für das »Endspiel« um den EL-Platz am Dienstag bei eben jenem Manchester City. Denn es geht nun bis Weihnachten Schlag auf Schlag: CL, Bundesliga, Pokal, Bundesliga! Vielleicht werden es schöne Borussia-Weihnachtstage…

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