Fabian Johnson kennt den Weg nach Hoffenheim

Spielbetrieb

Bild: Hoffenheim - Borussia 15.9.2013

Zwei Dinge sind Fakt: Ich bin schon mal nicht schuld am »in Hoffenheim fast nie siegen können«! Denn ich war gar nicht da! Und Fabian Johnson kennt den Weg nach Hoffenheim. Insbesondere weiß er, wo dort das Tor steht. Was kein Wunder ist, spielte er doch vor seinem Wechsel zur Borussia drei Jahre für den Stolz des Kraichgaus. Folgerichtig war er beim 3:3 zwischen »1899« Hoffenheim und Borussia Mönchengladbach mit zwei Treffern der Mann des Spiels…

Bei den ersten 7 Bundesligaspielen (und einem Pokalspiel, und zwar einem der schlimmsten aller Zeiten) seit dem Hopp-finanzierten Aufstieg der TSG Hoffenheim in die Bundesliga 2008 war ich dabei gewesen. Nie gab es etwas zu gewinnen. Selbst eine 2:0-Führung reichte nicht. Im April verpasste ich das Spiel in Hoffenheim erstmals, das fantastische 4:1 war das Resultat. Also ging ich dieses Mal auch nicht hin, um empirisch zu überprüfen, ob ich schuld bin an der schlechten Bilanz. Und es wurde zwar ein packendes Spiel, aber 3:3 ist nun einmal kein Sieg. Also kann ich nächstes Mal wieder hin, falls Hoffenheim nächste Saison noch in der Bundesliga spielt…

Das Spiel

Trotz des anstrengenden CL-Spiels gegen Sevilla unter der Woche wurde bei Borussia nicht rotiert, dazu ist die Personaldecke aktuell zu dünn. So begann das Sevilla-nach-der-Drmic-Einwechslung-Team, also wieder mit Drmic als Ersatz für den verletzten Traoré.

Trotzdem begann Borussia gut, schon nach 5 Minuten erzielte Johnson nach Vorarbeit von Dahoud das 1:0 für Borussia. Daran konnte man sich aber nur 6 Minuten erfreuen, nach einem Eckball befand sich der Borussen-Strafraum im Zustand der fortgeschrittenen Unordnung. Zuber nutzt das zum 1:1-Ausgleich aus. Das Spiel wogte munter hin und her, in der 34. Minute traf Ex-Borusse Polanski durch einen abgefälschten Schuss zur 2:1-Führung. So ging es in die Pause.

Danach erwartete man den Beginn der Gladbacher Jagd auf den Ausgleich, viel mehr führte aber eine missratene Rückgabe von Stindl zum 3:1 für Hoffe durch den jungen Amiri in der 47. Minute. Das Tor taugte fast schon zum Symbol für die an diesem Tage etwas arg optimistische Abwehrarbeit der Fohlenelf…

Aber Schubert-Borussia gibt niemals auf. Schubert brachte mit Hazard für Dahoud einen frischen Angreifer, Drmic rückte in die Sturmspitze und Stindl etwas zurück. Und die Attacke auf das Hoffenheimer Tor begann. Minutenlang schnürte Borussia die TSG in der eigenen Hälfte ein. Folgerichtig bediente Stindl mit einer Flanke in der 56. Minute nun den eigenen Stürmer in Person von Drmic, der per Kopf sein erstes Bundesliga-Tor für Borussia erzielte. Nur noch 3:2.

Die Fohlenelf lief nun auf das Hoffenheimer Tor an, die Zeit lief aber langsam ab. In der 87. Minute aber erinnerte sich der ex-Hoffenheimer Fabian Johnson daran, wo das Tor in Hoffenheim steht, und verwertete eine lange Flanke von Raffael mit einem unwiderstehlichen Akt des Siegeswillens zum umjubelten 3:3-Ausgleich. Und war damit der Mann des Spiels!

Fabian Johnson Fußballgott!

Fabian Johnson ist bei Borussia nicht der umjubelte Star der immer im Mittelpunkt steht, war aber schon in der Rückrunde der letzten Saison einer der Garanten des Erfolgs. Er kam als einer der besten Außenverteidger der WM 2014 zur Borussia, spielte aber zunächst keine große Rolle. Zur Winterpause gab es ein paar Irritationen mit Lucien Favre über seine »wahre« Position. Johnson war dann aber schlau genug, sich in die Rolle als linker offensiver Außen einzuarbeiten und wurde in der Rückrunde einer der konstantesten und besten Spieler. Favre knows!

In dieser Saison fiel Johnson nach der 0:4-Klatsche in Dortmund verletzt aus und fehlte damit in der Favre-Endphase. Mit Schuberts Amtsantritt war Johnson wieder dabei, seitdem läuft es wieder. Und das ist sicher kein Zufall.

Für den Gala-Auftritt in Hoffenheim wurde Johnson beim kicker der »Mann des Tages« für den 14. Spieltag. Völlig verdient!

Die Lage

Ein weiteres Spektakel der Borussia, die weiterhin die Alleinunterhalter in der Mittelfeld-Geplänkel-Torverhinderungs-Langweiler-Bundesliga sind.

Einige vermissen das manchmal etwas überbordende Favresche Defensiv-Sicherheitsspiel und befürchten schlimme Dinge im kommenden Spiel gegen Bayern. Aber auch wenn es defensiv so nicht für Bayern reichen sollte: Wie die Serie von 11 ungeschlagenen Pflichtspielen belegt, reicht es aber für so ziemlich jede andere Mannschaft. Und gegen Bayern spielt man nur einmal pro Runde…

(Fast) niemand mag Hoffenheim. Ist aber kein Grund, so peinlich und überheblich daher zu kommen wie das stets von »Fankultur« geschwängerte »MitGedacht«-Blog in seinem »Offenen Brief« an Dietmar Hopp. Sie beschweren sich über die Preise von Auswärtstickets, die genau 2 Euro teurer sind als vergleichbare Gästeplätze in Gladbach. Und das, mit dem in den Kreisen der »Fankultur-Beseelten« üblichen Traditionsvereinfansgewese gewürzt, in einem anmaßend herablassenden Tonfall. Das Echo in den Kommentaren ist entsprechend…

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