Wahrhaft olympisch: Interims-unschlagbar auch im sechsten Streich

Spielbetrieb

Bild: Olympia-Gelände Berlin

Auch die gut in die Bundesliga gestartete »alte Dame« Hertha aus Berlin konnte die wiedererstarkte Borussia nicht aufhalten: Mit einem grandiosen 4:1-Auswärtssieg siegte die Elf vom Niederrhein zum Auftakt in die »Alte-Damen-Woche« bei Hertha BSC und sprang in der Tabelle auf den fünften Rang. Und das auch noch im Stile einer eher unbeliebten bekannten Spitzenmannschaft aus süddeutschen Gefilden…

Der Auswärtssieg

André Schubert stellte seine gewohnte Lieblingsmannschaft auf, nur auf der Rechtsverteidiger-Position gab es eine Umstellung. Korb musste, angeschlagen vom Pokalspiel auf Schalke, auf der Ersatzbank Platz nehmen. Die Alternative Jantschke, ebenfalls in Gelsenkirchen in den Verletztenstand gefoult, musste ganz passen. So spielte Nordtveit erstmals seit Februar 2014 Rechtsverteidiger und machte das ausgezeichnet.

Es entwickelte sich zunächst eine temporeiche ausgeglichene Partie, in der das Bällchen hüben wie drüben nett anzuschauen durch die Reihen gepasst wurde. Hertha kam zweimal mit Kalou gefährlich vor das Gladbacher Tor, auf der anderen Seite kamen Stindl und Raffael zweimal zum Abschluss.

Bis die Fohlenelf mit einem Doppelschlag in der 26. und 28. Minute das Spiel praktisch entschied. Zunächst passte Xhaka einen langen Ball in den Strafraum der Hertha. Dieser löste ein kleines Durcheinander in der Hertha-Abwehr aus, das Oscar Wendt mit einem strammen Schuss von der linken Seite zum 1:0 ausnutzte. Nicht nur, dass die Außenverteidiger unter Schubert von der Leine gelassen wurden, nun schießen sie auch noch Tore! Nach Julian Korb gegen Schalke erzielte nun auch Wendt sein erstes Tor in dieser Saison.

Zwei Minuten später gelang es vier Herthanern nicht, Raffael in zentraler Position vor dem Strafraum zu stoppen, so dass dieser (wie die Sportjournaille immer so schön floskelt) »humorlos« abzog und sein Schuss leicht abgefälscht zum 2:0 im Tor einschlug.

Kurz vor der Pause wurde Kalou von einem Nordtveit-Schuss an den Kopf »abgeschossen« und musste stark blutend seine Aktivitäten einstellen, der Ballreiter wünscht gute Besserung!

Zu Beginn der zweiten Hälfte liess Borussia die Hertha ein wenig spielen. In der 54. Minute griff der Ex-Karlsruher Langkamp Traoré im Strafraum an die Schulter, was dieser »annahm« – Elfmeter für die Fohlenelf. Den Granit Xhaka zum 3:0 verwandelte.

Damit war das Spiel entschieden, Borussia kontrollierte das Spiel im Stile einer Spitzenmannschaft. Der eingewechselte Hazard verursachte in Minute 82 einen Elfmeter für Hertha, so dass diese noch einmal auf 1:3 heran kam. Was aber lediglich der Ehrentreffer war, denn Nordtveit stellte in der 90. Minute den 4:1-Endstand her. Siehe oben, die Außenverteidiger machen neuerdings die Tore…

Fazit: Ein großartiger Auswärtssieg im Stile einer Spitzenmannschaft, eiskalt zugeschlagen und dann ungefährdet über die Spielzeit gebracht. Von Müdigkeit in englischen Wochen keine Spur, vielmehr eine tolle Leistung gegen einen Gegner, der vor dem Spieltag mit Rang 5 zur tabellarischen Spitzengruppe der Liga zählte.

Die Anderen

Die Lage

Nun wartet am Dienstag in der Champions League mit Juventus Turin die nächste kickende »alte Dame«. Nach dem 0:0 bei Juve vor zwei Wochen wäre es im Heimspiel eigentlich Zeit für den ersten Dreier in der CL, wenn man dort noch sportlich mitmischen möchte. Unmöglich scheint das nach den zuletzt gezeigten Leistungen nicht, aber, wie ein legendärer Borussia-Trainer gesagt hätte: Es wird schwer, das ist klar…

Auch wenn Juve sich am Samstag im Lokalderby gegen den FC Turin schwer tat und erst in der Nachspielzeit durch ein Tor von Lockenköpfchen Cuadrado siegte – die Gegner in der CL sind schon ein anderes Kaliber als die üblichen Bundesliga-Opponenten.

Die T-Frage

Und natürlich bleibt das Lieblingsthema der Sportjournaille, die Interims-Trainer-Frage, auf der Agenda. Schubert gibt sich darauf angesprochen stets demütig und bescheiden, Eberl sagt stets dasselbe. Insofern nichts neues aus dem Borussia-Lager.

In der nächsten Länderspielpause in knapp zwei Wochen hat Borussia mit André Schubert dann 7 Bundesliga-, 3 CL- und 1 Pokalspiel(e) in knapp zwei Monaten hinter sich. Dann wäre es meiner Meinung nach langsam an der Zeit, eine Entscheidung zu treffen. Es ist ja nicht nur die beeindruckende Siegesserie. Wie André Schubert die Lage und die Stimmung gedreht hat, nachdem die Borussia nach dem desaströsen Start am Tage von Favres Rücktritt auf dem Spielfeld »tot« und tabellarisch am Tabellenende festgetackert war, ist schon eine eindrucksvolle Tätigkeits-Bilanz. Die schwerer wiegt als ein »problematisches« Image aus dem »Trainer!«-Film oder der Zeit bei St. Pauli. Es wird Zeit für eine Entscheidung, Max!

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