Matchday

Schlechte Zeichen am Fußballhimmel: KSC vs Union Berlin 0:3 – 12.9.2015

Bild: Himmel über dem Wildpark beim Spiel KSC vs Union Berlin

Noch erschöpft von der nächtlichen Heimfahrt nach der ersten Klatsche des Wochenendes in Mönchengladbach musste man sich schon am Samstagvormittag schon wieder zeitig gen Stadion aufmachen. Der TV-Vermarktung zum Dank (ja, der moderne TV-Fußball, er lebe hoch) stand schon um 13:00 Uhr das Spiel des KSC gegen den 1. FC Union Berlin an. Man durfte gespannt sein, wie der KSC die Braunschweig-Klatsche wegstecken würde, und mit Union stand ein interessanter Gegner auf dem Spielplan, der zum ersten Spiel mit dem neuen Trainer Sascha Lewandowski anrückte.

Das Spiel

KSC-Trainer Kauczinski hatte in der Startelf für seine Verhältnisse nur wenig »gestraft«. Normalerweise sitzen Spieler nach grottenschlechter Leistung bei ihm im nächsten Spiel draußen. Aber in Braunschweig waren wohl zu viele schlecht, so erwischte es nur Grischa Prömel, der auf der (für ihn fremden) Rechtsverteidigerposition für Valentini Platz machen musste. Barry saß nach einer leichten Verletzung nur auf der Bank, für ihn kam der nicht minder junge Mehlem ins Spiel.

Das Publikum legte von Beginn an eine recht ungeduldige und »motzige« Haltung an den Tag, der Auftritt in Braunschweig hatte wohl ziemlich vielen die KSC-Stimmung verhagelt. Als dann bereits in der 12. Minute das 0:1 durch einen schönen Freistoß von Union-Kapitän Kreilach fiel, gewannen die im Wildpark nicht seltenen »Bruddler« die Oberhand.

Zumal auch die Blau-Weißen nicht viel taten, um die Stimmung positiver zu gestalten. Der KSC wurde nach dem Rückstand besser, Union zog sich ein Stück in die eigene Hälfte zurück und liess sie gewähren. Es gab einige Chancen für den KSC, insbesondere die Doppelchance hätte eigentlich den Ausgleich bringen müssen. Und immer wieder gab es Chancen für Union durch Ballverluste des KSC im Mittelfeld, die zunehmend durch »Geraune« von der Tribüne kommentiert wurden.

Zur Halbzeit wechselte Kaucze Gouaida für Mehlem ein, der KSC spielte nun besser und schneller und kam erneut zu einer doppelten Großchance. Die Chancenverwertung ist in dieser Saison, neben den ständigen Ballverlusten, das Hauptproblem.

So kam, was dann bekanntlich immer kommen muss: Wood liess Gulde und Mauersberger verdammt schlecht aussehen, eroberte an der Mittellinie den Ball und lief über die ganze Länge des Spielfelds ungehindert Richtung Tor – 0:2.

Jetzt war die Stimmung entgültig gekippt, deutliche Pfiffe waren zu hören, einige begannen sogar, Aktionen der Berliner zu beklatschen. Trotzdem bemühte sich der KSC weiter, kam auch zu Chancen, hatte aber auch immer wieder Glück, dass Union nicht zeitig einen der zuverlässig gelieferten leichten Ballverluste zur Entscheidung nutzte.

Die kam dann in der 77. Minute. Peitz leistete sich zentral einen peinlichen Ballverstolperer, Quaner sagte »Danke« und sorgte für die 0:3-Entscheidung. Diejenigen Zuschauer, die nun nicht pfiffen oder höhnisch Beifall klatschten, verließen vorzeitig das Stadion, auf dem Feld ereignete sich nichts mehr. Eine weitere bittere Niederlage für den KSC: 0:9 Tore und null Punkte in zwei Spielen!

Bild: KSC vs Union Berlin 0:3

Und nun?

Jetzt ist die Laune beim KSC so richtig schlecht. Dominik Peitz beschwerte sich bei Sport1 über die bruddelnden und pfeifenden Zuschauer:

»Das Publikum ist leider zu verwöhnt. Was hier teilweise für ein Anspruch herrscht und für ein Wunschgedanke.«

Es ist in der Tat schwierig für den KSC. Die Mannschaft, die fast den Aufstieg schaffte und damit Erwartungen für die aktuelle Saison weckte, wurde ordentlich gefleddert. Die dabei generierten Einnahmen versacken in den vereinseigenen Finanzabgründen, für die Mannschaft gab es nach den Abgängen nur Nachwuchskräfte zur »Verstärkung«. Die verbliebenen Stammkräfte der Vorsaison, die teilweise selbst noch recht jung sind, befinden sich in einem Formtief, das die zahlreichen talentierten (aber unerfahrenen) Nachwuchsspieler nicht auffangen können.

Von daher wäre mehr Geduld des Publikums mit dem Team durchaus notwendig. Nur ist Publikumsbeschimpfung, vor allem wenn man selbst gerade wie Dominik Peitz einen Riesenbock auf dem Spielfeld geschossen hat, wohl nicht der richtige Weg, um das zu erreichen.

Auch der »amtliche Spielbericht« auf der Vereinswebsite erweckt den Eindruck einer stark geschönten Realitätswahrnehmung seitens des KSC. Wo die Autorin beim KSC »ambitionierte Spielweise« gesehen haben möchte, wäre durchaus interessant zu erfahren…

Kapitän Orlishausen versucht im Gespräch mit Abseits-KA die Wogen zu glätten:

»Wir machen das nicht mit Absicht, wir müssen an einem Strang raus und das Ding in die richtige Richtung lenken.«

Dazu ist dann nächste Woche beim ebenfalls kriselnden Bundesliga-Absteiger SC Paderborn die nächste Gelegenheit. Ein Spiel, über das Ex-Trainer- und Supermarktbetreiber Holger Stanislawski sagen würde: »Spitzenspiel von unten«…

Und sonst?

Wenigstens einige hatten Grund zur Freude: Der KSC hatte 150 Refugees zum Spiel eingeladen, die laut singend und jubelnd ins Stadion einliefen und zeitweise auf der Tribüne die einzigen waren, die positive Stimmung verbreiteten. Das darf gerne wiederholt werden.

Bild: Refugees bei KSC vs Union Berlin

Die Anderen

Aus Union-Sicht:

Die Liga

  • In der Liga marschieren Bochum und Freiburg weiter vorneweg. Bochum spielte unentschieden in Sandhausen, die ihren »Torelauf« der ersten Spiele wohl ein wenig verloren haben.

  • RedBull gewinnt mir in letzter Zeit zu oft.

  • Die Fortuna hat ihren ersten Sieg eingefahren, und die Sechzger stehen schon wieder sieglos am Tabellenende.

  • Das Spiel des Wochenendes war das Frankenderby, Fürth kämpfte glorreich den FCN nieder.

  • Der KSC steht nun auf Rang 14, aber die zwei Siege sind im Grunde für das Punktekonto mehr wert als die vielen Unentschieden in der letzten Saison. Für die Optimisten: Es sind nur 5 Punkte Rückstand bis Rang 3…

ksc fcunion saison-2015-2016 zweiteliga

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