Spielbetrieb

Kartenrot färbte sich der schwäbische Abendhimmel…

Es gibt Spiele, da sitzt man mit offenem Mund vor dem Fernseher und schaut einem surrealen Schauspiel zu. Die unfassbare Pokalpleite des KSC in Reutlingen in der ersten Runde des DFB-Pokals war so eines. Man wusste gar nicht wo man zuerst hinschauen sollte: Überall Ballverluste, Fouls, Elfmeter, Rote Karten nach Tritten wie einst bei Vinnie Jones…

Was im ersten Heimspiel gegen St. Pauli zu beobachten war, steigerte sich unter dem schwäbischen Abendhimmel Reutlingens ins Absurde: Gegen einen spielerisch arg limitierten Oberligisten verlor der KSC jeden Ball im Spielaufbau. Das Bällchen kam sofort zurück, als hätte man ihn gegen eine Gummiwand geschossen, und brachte die unsichere Abwehr in die Bredouille.

Die Leistungsträger des Vorjahres stecken weiterhin in einer tiefen Formkrise, Torres bekam sogar die Höchststrafe mit einer eiligen »Notauswechslung« noch in der 38. Minute, weil die ewigen Ballverluste aufhören sollten. Die Alternativen sind junge unerfahrene Spieler, von denen man realistischerweise nicht erwarten kann, dass sie auf Anhieb Verstärkungen auf Zweitliga-Niveau sind. Die wenigen erfahrenen Neuen sind bis jetzt auch keine große Verstärkung, da sie sich der Form des vorhandenen Personals anpassen.

Und dass Trainer Kauczinski immer wieder die verlorene Relegation als Erklärung für den Fehlstart heranzieht, ist auch nicht hilfreich. Beim DoPa würde man sagen: Er liefert den Spielern ein Alibi.

Nun ist schon so früh in der Saison ordentlich was los im Badnerland, lt. lokaler Monopolzeitung beorderte Präsident Wellenreuther die sportliche Führung zum Rapport. Der neuverpflichtete »Diamant« im Sturm ist gleich mal krank und fällt aus, ein Yabo-Nachfolger als Verstärkung des derzeit offensiv harmlos und defensiv desaströs auftretenden Mittelfelds ist noch immer nicht in Sicht.

Hoffnung macht alleine das Auftreten in der 2. Halbzeit, als mit 9 gegen 11 fast noch der Ausgleich gelungen wäre. Gerade in der 2. Halbzeit zeigte sich, wie spielerisch limitiert der SSV Reutlingen eigentlich ist, da darf man normalerweise niemals ausscheiden, und schon gar nicht mit einem solchen Auftritt.

Weiter geht es am Freitag beim FSV Frankfurt. Geht das auch verloren, dann entwickelt sich der Fehlstart langsam aber sicher zu dem, was die darauf stets gierende Sportjournaille ganz gerne eine »Krise« nennt…

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